EU-Verlauf: Verluste nach Vortagesplus – Warten auf US-Daten

Neben US-Konjunkturdaten im Tagesverlauf stünden insbesondere im Lauf der Woche wichtige Daten auf der Agenda, die die weitere Richtung bestimmen dürften.


Der EuroStoxx 50 bröckelte gegen Mittag weiter ab und verlor 0,54 Prozent auf 2.883,35 Zähler. Der Pariser CAC-40-Index fiel um 0,55 Prozent auf 3.804,15 Zähler. In London gab der FTSE 100 um 0,40 Prozent auf 5.145,20 Punkte nach.


An der Spitze im europäischen Leitindex standen BNP Paribas mit plus 2,47 Prozent auf 57,97 Euro. Frankreichs grösste Bank will ihr Kapital um 4,3 Milliarden Euro erhöhen. Durch die damit geplante Rückzahlung der Staatshilfen werde sich der Gewinn je Aktie (EPS) 2010 um 8,4 Prozent erhöhen. Dies hoben auch die Analysten von Cheuvreux hervor. Sie erwarten allerdings durch die Ablösung der hochverzinsten Staatsanteile einen etwas geringeren Gewinnbeitrag als die BNP und setzten zunächst ihre Bewertung für die Titel aus.


Auch die Konkurrenten waren gefragt. Unicredit , die selbst im Laufe des Tages über eine Kapitalerhöhung entscheiden will, legte um 1,31 Prozent auf 2,70 Euro zu. Die Analysten von JPMorgan würden jede Form einer Kapitalerhöhung begrüssen und hoben ihr Kursziel an. Aktien der Societe Generale wurden um 1,51 Prozent auf 56,29 Euro mit nach oben gezogen. Royal Bank of Scotland (RBS) und Lloyds Banking Group , die ebenfalls über Kapitalerhöhung zur Rückzahlung der Staatshilfen nachdenken, waren im «Footsie» weit vorne zu finden. Der Bankenunterindex in Europa zählte entsprechend zu den wenigen Gewinnern.


Rohstoffsensible Titel machten indes die positiven Impulse der Banken zunichte und hielten die Indizes europaweit im Minus. Die Analysten der SocGen hatten den Minensektor von «Overweight» auf «Neutral» gekappt. Daraufhin verloren beispielsweise Lonmin 3,52 Prozent auf 1.643,00 Pence, auch Anglo American und weitere Branchengrössen kamen unter Druck. Der Branchenindex für Basisrohstoffe bildete das Schlusslicht in Europa.


Titel der Compass Group legten mit plus 2,64 Prozent auf 369,125 Pence deutlich zu. Der weltgrösste Caterer erwartet im ablaufenden Geschäftsjahr ein Gewinnwachstum je Aktie von rund 14 Prozent dank Kosteneinsparungen, einem schwächeren Pfund und Zugewinnen im Neugeschäft.


Unterdessen gaben Tui Travel nach einem Zwischenbericht 0,64 Prozent auf 264,30 Pence ab. Um den bestehenden Milliardenkredit früher als geplant an den Mutterkonzern Tui zurückzuzahlen, gibt Tui Travel eine Wandelanleihe über 300 Millionen britische Pfund (325 Mio Euro) aus und besorgt sich weitere 140 Millionen Pfund von den Banken. An den Zielen für das Gesamtjahr hielt der Reiseveranstalter unterdessen fest. (awp/mc/pg/13)

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