Euro verliert nach Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke

Im frühen Nachmittagshandel schaffte der Euro zunächst noch erstmals seit etwa vier Wochen einen kurzen Ausflug über die Marke von 1,37 Dollar, bevor unerwartet gute US-Konjunkturdaten wieder für Verkaufsdruck sorgten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3705 (Donnerstag: 1,3610) Dollar festgelegt. Der Dollar kostete 0,7297 (0,7348) Euro. Nach der Bernanke-Rede ist die Gemeinschaftswährung dann noch etwas weiter abgerutscht.


Erhofftes klares Signal bleibt aus
Die Rede des US-Notenbankchefs sorgte nach der übereinstimmenden Einschätzung von Volkswirten allerdings nicht für das erhoffte klare Signal für die künftige Geldpolitik in den USA. «Die Unsicherheit bleibt dem Markt ein Stück weit erhalten», sagte der HSBC Trinkaus & Burkhardt-Ökonom Lothar Hessler. Seiner Einschätzung nach wird die amerikanische Notenbank «nicht um eine Zinssenkung herumkommen». Allerdings rechnen Händler erst im späteren Verlauf des Jahres mit einem Zinsschritt.


Anleger weiterhin eher in Wartestellung
Mit dem Ausbleiben des erhofften klaren Signals auf eine schnelle Zinssenkung in der grössten Volkswirtschaft der Welt ist auch die erwartete Kursbewegung beim Euro ausgeblieben, sagte Hessler weiter. Die Anleger würden weiterhin eher in der Wartestellung verharren. Im weiteren Verlauf des Handelstages steht noch eine zweite wichtige Rede auf dem Programm. Nach Presseinformationen wird US-Präsident George W. Bush vor dem Weissen Haus ebenfalls zur US-Hypothekenkrise Stellung nehmen.


Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,67795 (0,6780) britische Pfund , 159,25 (157,33) japanische Yen und auf 1,6451 (1,6402) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 668,00 (666,00) Dollar gefixt. (awp/mc/pg)

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