Ford mit Gewinnrückgang in 2005 – viertes Quartal besser als erwartet

Damit steht das Unternehmen im Vergleich zum Erzrivalen General Motors deutlich besser dar. Der Umsatz stieg auf 178,1 (171,6) Milliarden Dollar, teilte Ford am Montag in Detroit mit. In Nordamerika gab es vor Steuern einen Verlust von 1,2 Milliarden Dollar gegenüber einem Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar in 2004. Obwohl die Sanierung inzwischen greift, schrieb Ford in Nordamerika erneut tiefrote Zahlen und will tausende Stellen kappen. Im vierten Quartal schnitt der Konzern dank Sondereffekten und der starken Finanzsparte deutlich besser ab als vom Markt erwartet. Der Überschuss stieg von 104 Millionen Dollar im Vorjahr auf 124 Millionen Dollar. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 8 Cent (Vorjahr: 6 Cent). Nach Börseneröffnung an der New Yorker Wall Street legte die Ford-Aktie um über 6 Prozent auf zuletzt 8,40 Dollar zu.


Hertz weg!


Das Nettoergebnis im vierten Quartal wurde vor allem durch den Verkauf der Mietwagentochter Hertz beflügelt. Ohne Sondereffekte betrug das Ergebnis je Aktie im fortgeführten Geschäft 26 Cent (Vj: 28). Die von Thomson First Call befragten Analysten hatten lediglich mit einem Gewinn von 1 Cent gerechnet. Einen Ausblick auf das laufende Jahr gab Ford zunächst nicht. Ford kündigte noch für Montag eine Mitteilung zum angekündigten massiven Restrukturierungsprogramm an. Es wird erwartet, dass in den nächsten Jahren bis zu 30.000 Stellen abgebaut werden könnten. Etliche Werke sollen auf der Verkaufsliste des angeschlagenen Unternehmens stehen.

Barmittelbestand von 25 Milliarden Dollar

Im Kerngeschäft Automobilbau wies Ford für das Gesamtjahr einen Vorsteuerverlust von einer Milliarde Dollar (Vj: 850 Mio) aus. Im vierten Quartal erreichte Ford aber gewaltige Fortschritte: Das Vorsteuerergebnis sei um 458 Millionen Dollar im Vorjahresvergleich verbessert worden. Dennoch blieb ein Fehlbetrag von 12 Millionen Dollar. Der Umsatz in der Autosparte legte 2005 von 147,1 auf 154,5 Milliarden Dollar zu. Der Barmittelbestand habe im Kerngeschäft Ende Dezember rund 25 Milliarden Dollar betragen.

Trendwende im vierten Quartal

Im Heimatmarkt Nordamerika musste der Konzern im Vorjahr einen heftigen Gewinneinbruch verkraften. Vor Steuern betrug der Verlust 1,6 Milliarden Dollar, nach einem Gewinn von 3 Milliarden Dollar in 2004. Im vierten Quartal wurde aber auch hier eine signifikante Trendwende erreicht: Der Verlust aus dem Jahr 2004 von 470 Millionen Dollar wurde auf nur noch 15 Millionen Dollar zurückgefahren.

Immerhin nicht mehr belastende Sorgenkinder

Die Sorgenkinder Ford Europe und Premier Automotive Group (Volvo, Aston Martin, Jaguar, Landrover) erzielten 2005 einen operativen Gewinn von 36 Millionen Dollar. 2004 war noch ein Verlust 626 Millionen Dollar angefallen. Im vierten Quartal erwirtschafteten die Sparten einen operativen Gewinn von 112 Millionen Dollar (Vj: minus 324 Mio).

Finanzierungsgeschäft boomte

Ertragsbringer Nummer eins war trotz leicht rückläufiger Zahlen erneut das Finanzierungsgeschäft. Im Gesamtjahr schrumpfte der Gewinn vor Sonderposten bei den Financial Services von 5 auf 4,4 Milliarden Dollar, im vierten Quartal von einer Milliarde Dollar auf 881 Millionen Dollar. (awp/mc/th)
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