Georg Fischer: Einstieg von Giorgio Behr – Wenig freundlicher Empfang

BDS hält nun einen Stimmrechtsanteil von 6,4% an GF. Das Paket besteht aus 211’000 Aktien (5,2% des Aktienkapitals) und 50’000 Optionen (1,2%), wie GF am Freitag mitteilte.


Nicht mit offenen Armen empfangen
Bei Georg Fischer wird Behr indes nicht mit offenen Armen empfangen: Der Verwaltungsrat habe die Beteiligung zur Kenntnis genommen, heisst es in der Mitteilung lediglich. Er verweist aber gleichzeitig auf die Beschränkung des stimmberechtigten Aktienbesitzes auf höchstens 5% des Aktienkapitals.


Botschaft an Behr eindeutig
Die Botschaft an Behr ist eindeutig: Kein Aktionär und keine Aktionärsgruppe solle einen beherrschenden Einfluss im Unternehmen ausüben «und auf Kosten der übrigen Aktionäre und zum Schaden des Unternehmens ihre eigenen Interessen verfolgen» können, gibt der Verwaltungsrat seinem neuen Grossaktionär den Tarif durch. Und der Verwaltungsrat kündigt seinen Widerstand gegen eine allfällige Übernahme an: Er werde sich jedem Versuch einzelner Investoren widersetzen, die Kontrolle über Georg Fischer zu übernehmen.


Nicht das erste Mal auf Widerstand gestossen
Es ist nicht das erste Mal, dass der 60-jährige Schaffhauser Behr mit seinen Avancen bei Industrieunternehmen auf Widerstand stösst. Erst Anfang Oktober war er mit dem Übernahmeversuch beim Thurgauer Schleifmittelhersteller sia Abrasives gescheitert. Im August hatte er ein Übernahmeangebot lanciert, dem sich der sia-Verwaltungsrat aber vehement widersetzte. Der deutsche Automobilzulieferer Bosch eilte sia schliesslich als weisser Ritter zu Hilfe. Behr kapitulierte und veräusserte seine sia-Papiere an den Weltkonzern. Er erzielte dabei einen Kursgewinn von 36 Mio CHF.


Auch Firma Behr Bircher Cellpack (BBC) für Aufsehen gesorgt
Auch mit seiner Firma Behr Bircher Cellpack (BBC) hatte Behr für Aufsehen gesorgt. Beim Einstieg beim Westschweizer Verpackungshersteller Baumgartner stiess er auf Widerstand. Die Übernahme gelang dann aber: Der Baumgartner-Verwaltungsrat lenkte – wenn auch mit Bedauern – ein, nachdem die Waadtländer Kantonalbank Behr ein grosses Aktienpaket verkauft hatte. Dabei hatte der jetzt erneut unwillkommene Investor in der breiten Wirtschaftswelt Bekanntheit erlangt, als er sich 2006 als Saurer-Verwaltungsratspräsident mit der britischen Investorengruppe Laxey eine monatelange Abwehrschlacht lieferte. Die Briten hatten ihre Beteiligung am Industriekonzern vergolden wollen und dabei eine Aufspaltung des Traditionsunternehmens mit einem Verkauf von Einzelteilen ins Auge gefasst. Schliesslich verkauften sie ihre Anteile an OC Oerlikon, die Saurer schliesslich übernahm. Behr trat aus dem Verwaltungsrat zurück. (awp/mc/gh/23)

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