GlaxoSmithKline: US-Geschäft und Generikakonkurrenz belasten

Der Gewinn vor Steuern sei um 1,5 Prozent auf 1,93 Milliarden Pfund gefallen, teilte der nach den jüngsten Übernahmen in der Pharmabranche von Rang zwei auf Rang sieben gefallene Pharmakonzern am Mittwoch in London mit. In den ersten drei Monaten verbuchte GSK zudem eine Sonderbelastung in dreistelliger Millionenhöhe. Die im britischen Leitindex FTSE-100-notierte Aktie gab am frühen Nachmittag mehr als zwei Prozent auf 1.027 Pence ab.


Sonderbelastungen – Sorgenkind US-Geschäft
In den ersten drei Monaten sei der Gewinn pro Aktie vor Restrukturierungskosten zu konstanten Wechselkursen um 28 Prozent auf 26,3 Pence zurückgegangen. Wie bereits im Vorquartal profitierte GSK erneut vom schwachen Pfund und verbuchte bei der Kennzahl in der Landeswährung ein Plus von 3 Prozent. Die Restrukturierungskosten hätten sich im Quartal auf 264 Millionen Pfund summiert. Operativ wies GSK vor den Restrukturierungsaufwendungen einen Gewinneinbruch um 31 Prozent auf 1,976 Milliarden Pfund aus. Ende März habe die Nettoverschuldung bei 9,8 Milliarden Pfund gelegen.


Erlöse in den USA um 22 Prozent eingebrochen
Belastet von der Umsatzentwicklung in den USA sei der Konzernumsatz zu konstanten Währungen um 5 Prozent auf 6,769 Milliarden Pfund gefallen, während das Plus in Pfund bei 19 Prozent gelegen habe. Analysten hatten beim Umsatz im Schnitt mit einem Anstieg auf 6,614 Milliarden Pfund und beim EPS mit 28,4 Pence gerechnet. Auf dem wichtigsten Pharmamarkt der Welt, den USA, seien die Erlöse in den ersten drei Monaten auch wegen der Konkurrenz durch Nachahmermedikamente für das Epilepsie-Mittel Lamictal und das Antidepressivum Wellbutrin um 22 Prozent auf 2,3 Milliarden Pfund eingebrochen. Im zweiten Halbjahr erwartet Konzernchef Andrew Witty eine Erholung auf dem US-Markt. Ausserhalb der USA legte der Umsatz um 7 Prozent zu. Im für GSK wichtigen Geschäft mit Impfstoffen kletterte der Umsatz in den ersten drei Monaten um 18 Prozent auf 625 Millionen Pfund.


Pharmabranche im Übernahmefieber
Der britische Pharmakonzern hatte vor wenigen Tagen die Übernahme des US-Hautpflegehersteller Stiefel Laboratories für bis zu 3,6 Milliarden Dollar (2,77 Mrd Euro) bekanntgegeben und hat am Mittwoch erneut einer Grossübernahme a la Pfizer/Wyeth eine Absage erteilt. Die Pharmabranche ist derzeit im Übernahmefieber. Erst im März kündigte Merck & Co. an, den Konkurrenten Schering-Plough kaufen zu wollen. Ende Januar hatte der Branchenprimus Pfizer die Übernahme des Konkurrenten Wyeth für rund 68 Milliarden Dollar angekündigt.


Einen konkreten Ausblick auf 2009 gab GSK-Chef Witty nicht. Nach früheren Aussagen will GSK bis 2011 1,7 Milliarden Pfund pro Jahr einsparen (1,9 Mrd Euro). Glaxo strebe weiterhin kleine bis mittelgrosse Zukäufe an – auch zur Stärkung des Geschäftes in den Schwellenländern. (awp/mc/pg/25)

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