Intel darf Konkurrenten nicht länger gängeln

Dafür kommt der Konzern um eine Geldstrafe herum. «Intel hat über die Stränge geschlagen», erklärte der FTC- Vorsitzende Jon Leibowitz am Mittwoch in Washington. Intel habe seine herausragende Stellung im Prozessorenmarkt ausgenutzt, um die Konkurrenten klein zu halten. Das Unternehmen habe nicht nur Computerhersteller mit Rabatten und Drohungen dazu gebracht, Konkurrenzprodukte zu meiden. Es habe den Rivalen auch technisch Knüppel zwischen die Beine geworfen.


Prozessoren der Wettbewerber ausgebremst
Intel habe seine Prozessoren derart gestaltet, dass es für fremde Grafikchip-Anbieter schwierig geworden sei, ihre Produkte darauf abzustimmen. Auch habe Intel gängige Software derart manipuliert, dass sie auf Prozessoren der Wettbewerber langsamer laufe. «Software-Designer dachten, der Advanced Micro Devices (AMD)-Chip sei Schuld an der geringeren Leistung, in Wahrheit waren es aber Intels Beschränkungen», sagte Leibowitz.


Milliarden-Busse
AMD war das Unternehmen, das am meisten gelitten hat. In vier von fünf Computern weltweit steckt ein Intel-Prozessor. Entsprechend mächtig ist die Stellung des Konzerns in der Branche. Die EU-Kommission hatte Intel im vergangenen Jahr wegen der Wettbewerbsbehinderungen ein Rekord-Bussgeld von 1,06 Milliarden Euro aufgebrummt. Weitere 1,25 Milliarden Dollar zahlte Intel angesichts des Drucks zwischenzeitlich an AMD.


Intel akzeptiert Vergleich
Die Handelskommission nannte als Leidtragende auch den kleinen Prozessorenhersteller Via und den Grafikchip-Spezialisten Nvidia. Allen dreien hat Intel bereits Zugang zu seinen Patenten gewährt. Dieser Zugriff bleibt nun auch dann bestehen, wenn ein Dritter die Firmen schlucken sollte. Die Beschränkungen bei den Grafikchips und der Software müssen genauso wegfallen wie die Rabatte an die Computerhersteller. Intel erklärte sich mit dem Vergleich einverstanden. Nun können Dritte noch Einwände erheben, ansonsten tritt er nach einer abschliessenden Beratung der Handelskommission in Kraft. Die FTC kündigte an, auch danach ein Auge auf Intel zu haben: «Wir werden sie für Verletzungen zur Rechenschaft ziehen.» (awp/mc/ps/14) 

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