IWH bekräftigt Wachstumsprognose für Deutschland von 1,1% in 2005

Noch immer erhalte die Wirtschaft ihre Impulse vorrangig aus dem Ausland, und die Exportanstösse würden nur wenig auf die Binnenwirtschaft übergreifen, schreiben die IWH-Experten. Zudem wachse mit dem Nachlassen des weltwirtschaftlichen Aufschwungs die Gefahr, dass sich das Zeitfenster für eine Beschleunigung der Binnenkonjunktur bald schliessen werde.


Defizit weit über 3 Prozent


Auch die im europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt festgelegte Defizitobergrenze von 3,0 Prozent wird nach Einschätzung des IWH in diesem und im nächsten Jahr erneut überschritten. Im laufenden Jahr erwarten die Volkswirte ein Defizit von 3,4 Prozent des BIP und von 3,1 Prozent im kommenden Jahr.

Leichte Besserung auf dem Arbeitsmarkt

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt erwarten die IWH-Experten hingegen im kommenden Jahr eine leichte Besserung. D ie Zahl der Arbeitslosen werde von durchschnittlich 4,852 Millionen im laufenden Jahr auf 4,585 Millionen im Jahr 2006 sinken. Die Forscher des IWH beziehen sich bei ihrer Prognose auf die so genannte «Nationale Definition», die auch von der Bundesagentur für Arbeit angewendet wird. Im Konjunkturausblick des IWH hiess es hierzu, dass die Entwicklung am Arbeitsmarkt noch eine gewisse Zeit von den Reformen dominiert werde. Erst im Lauf der nächsten Jahre werde der Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach und nach abklingen.

Wenn doch nur konsumiert werden könnte


In der deutschen Wirtschaft bleibe der private Konsum weiterhin eine Konjunkturbremse. «Die privaten Haushalte geben ihre Kaufzurückhaltung vor allem infolge der schwachen Einkommensentwicklung nur äusserst zögerlich auf», hiess es weiter im Ausblick. Zudem dämpfe der Kaufkraftentzug durch die gestiegenen Energiepreise die konjunkturelle Entwicklung. «Erst mit einer deutlichen Verbesserung der Aussichten am Arbeitsmarkt im nächsten Jahr wird sich die Konsumlust erhöhen.» (awp/mc/th)
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