Kovats will Unaxis nicht zerlegen

«In den nächsten hundert Tagen stellen wir ein Kostensenkungsprogramm auf die Beine und legen neue Ziele fest», sagte Ronny Pecik in einem Interview mit der «Handelszeitung» vom Mittwoch. «Wir werden alles tun, damit sich das Unternehmen schnell weiterentwickelt und die industriellen Arbeitsplätze erhalten werden können», sagte Kovats. Ob Unaxis in die zu Victory gehörende A-Tec-Gruppe integriert wird, liess er offen.


Neuer Konzernchef vorgesehen

Die Standorte sollten erhalten und das bestehende Wissen besser genutzt werden. Das werde auf das Ergebnis durchschlagen. «Ein höherer Gewinn ist der beste Garant für die Arbeitsplätze», sagte Kovats. «Wir haben auch in unserer A-Tec-Gruppe nie einen Standort geschlossen oder ein Unternehmen verkauft.» Laut Pecik wird in Kürze ein neuer Konzernchef bestimmt. In der engeren Wahl seien drei Kandidaten. Ob Schweizer darunter sind, konnte er nicht sagen: «Ich kenne die Namen noch nicht.»

Übernahme offen

Die Investoren liessen weiter offen, ob die Publikumsaktionäre mit einem – für Victory kostspieliegen – Übernahmeangebot rechnen können. Derzeit klärt die Übernahmekommission ab, ob Victory den verbleibenden Minderheitsaktionären eine Offerte unterbreiten muss. Pecik zeigte sich zuversichtlich, dass die Übernahmekommission «zu unseren Gunsten» entscheiden wird. Es würde ihn «aber auch nicht stören», ein Angebot vorzulegen. Laut Kovats sind die finanziellen Möglichkeiten von Victory «noch nicht ausgereizt».

Kein Kommentar zu Preis

Den Preis, den sie für das Paket der Familien Anda und Bührle zahlten, wollten weder Kovats noch Pecik nennen. «Für uns rechnet sich das Investment», sagte Kovats nur. Die Gründerfamilien der einstigen Oerlikon-Bührle hatten Anfang Woche überraschend den Verkauf ihres rund 20-prozentigen Anteils an Victory bekannt gegeben. Die Bührle-Familiengesellschaft Ihag und Hortense Anda-Bührle selbst halten zusammen inzwischen weniger als 5% an Unaxis, wie der Konzern am Mittwoch bekannt gab.

Mit Optionen auf 64%

Victory hält nunmehr 55,7% in Aktien und 8,67% in Optionen, wie die Gesellschaft gleichentags in einer Pflichtmitteilung publik machte. Im Fall einer Ausübung sämtlicher Optionen beträgt der Stimmrechtsanteil von Victory 64,37%. (awp/mc/as)
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