Liechtensteinische Landesbank mit weniger Reingewinn im Halbjahr

Der Konzerngewinn nach Abzug der Minderheiten brach deshalb in den ersten sechs Monaten um rund 32% auf 86,3 Mio CHF ein. Dennoch spricht die Gruppe von einem guten Ergebnis. «Vor dem Hintergrund der anspruchsvollen Rahmenbedingungen hat die Liechtensteinischen Landesbank (LLB) ein gutes operatives Resultat erzielt», gab der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Josef Fehr, anlässlich einer Telefonkonferenz am Freitag zu Protokoll.


Neugeldakquisition unter Steueraffäre
Belastet hat die sogenannte Steueraffäre vor allem die Neugeldakquisition im internationalen Geschäft. So resultierte im Segment Kunden International netto ein Geldabfluss von 67 Mio CHF. Es sei derzeit sehr schwierig international neue Kunden zu gewinnen, kommentierte Fehr diese Zahl. Er rechne deshalb auch im zweiten Halbjahr nicht mit einer nachhaltigen Trendumkehr im internationalen Geschäft. Auf Gruppenebene konnte die LLB hingegen den Neugeldzufluss im positiven Bereich halten. Auch wenn der Zufluss mit 353 Mio CHF deutlich geringer als im Vorjahr ausfiel, als noch 1,4 Mrd CHF auf die Konten der LLB flossen. Angesichts des schwierigen Umfelds spricht die LLB aber dennoch von einem «soliden» Nettoneugeldzufluss. Gleichzeitig bekräftigte die Bankführung ihr Ziel, auch im laufenden Jahr einen Neugeldzufluss von 3% erzielen zu wollen.


Operativ stabile Ertragsentweicklung
Werden die nicht realisierten Verluste auf dem eignen Wertschriftenbestand ausgeklammert, entwickelten sich die Erträge der LLB-Gruppe stabil. So vermochte der Anstieg beim Erfolg aus dem Zinsensgeschäft von 15% auf 118,7 Mio CHF den Rückgang beim Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft von 6,2% auf 142,0 Mio zu kompensieren. Inklusive Wertberichtigungen erwirtschaftete die Bankengruppe mit 238 Mio CHF jedoch einen Betriebsertrag, der rund 14% tiefer liegt als das Ergebnis des Vorjahres.


Kosten im Griff
Weiter im Griff hatte das Liechtensteiner Institut die Kosten. Dies obwohl die Auslagen gegenüber dem Vorjahr um 10,5% auf 139,5 Mio CHF kletterten. Der Anstieg begründet die Bank mit den Investitionen in den Ausbau der Geschäftseinheiten sowie den erhöhten Ressourcen in der IT. Die mit 58,6% im Vergleich zum Vorjahr (45,6%) deutlich schlechtere Cost/Income Ratio bezeichneten die Verantwortlichen der Bank als Ausreisser.


Wachstum wird weiter vorangetrieben
Trotz dem herausfordernden Umfeld will die Gruppe ihre Wachstumsstrategie weiter vorantreiben. So plant die Bank im November eine Repräsentation in Dubai zu eröffnen und will im dritten Quartal mit der Swiss Re eine neue Lebensversicherungsgesellschaft in Liechtenstein gründen. Die neue Elips Life SE werde sich auf das Kollektiv-Leben-Geschäft für Unternehmen sowie das Kollektiv-Einzel-Leben-Geschäft für Privatpersonen konzentrieren, so das Institut. Die 48%-Beteiligung an der Elips Life SE eröffne der LLB neue Perspektiven im Ausbau der privaten und betrieblichen Vorsorge und passe ausgezeichnet in die Strategie der Gruppe.


Aktien nach Startschwierigkeiten im Plus
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten drehen die Papiere der LLB am Freitag Nachmittag ins Plus. Bis gegen 13.30 Uhr gewinnen die Valoren rund 2,9% auf 78,30 CHF, nachdem sie am Morgen zwischenzeitlich noch für 76,00 CHF zu haben waren. Derweil notiert der SPI mit rund 0,7% im Plus. Analysten werteten das operative Ergebnis der Bank mehrheitlich als solide, zeigten sich jedoch über die hohen Wertberichtigungen erstaunt. Mit Sorge wurde zudem der Rückgang beim Nettoneugeld registriert. (awp/mc/ps/11)

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