Merck KGaA sucht Käufer für Generika

Wie das «Handelsblatt» (Donnerstagsausgabe) aus Unternehmens- und Branchenkreisen erfuhr, hat der Gesellschafterrat von Merck bereits grünes Licht für die Suche nach einem Käufer gegeben. Ein Sprecher von Merck wollte am Mittwoch die Informationen nicht kommentieren, hiess es weiter.

Verkaufserlös von gut vier Milliarden Euro
L egt man die Bewertungen bei anderen Generika-Transaktionen zu Grunde, kann Merck mit einem Verkaufserlös von gut vier Milliarden Euro rechnen. Bei den jüngsten Übernahmen wurde nach Daten der Investmentbank Morgan Stanley zuletzt im Schnitt immerhin rund das Dreifache des Umsatzes und mehr als das Zwölffache des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) für Generikafirmen gezahlt.


Die wichtigen Transaktionen


Zu den wichtigen Transaktionen gehörten unter anderem die Übernahme der kroatischen Pliva durch den US-Konzern Barr, der Kauf von Ivax durch den Marktführer Teva und die Übernahme von Hexal durch den Branchenzweiten Novartis (Sandoz). Merck galt in dem Geschäft bisher als Nummer drei, wurde jüngst aber von der US-Firma Watson überrundet, die den Konkurrenten Andrx schluckte.

Finanzinvestoren als möglich Interessenten


Als mögliche Interessenten für die Merck-Sparte gelten vor allem Finanzinvestoren, die derzeit mit umfangreichen Mitteln ausgestattet sind und zuletzt verstärkt Interesse an Pharmaaktivitäten zeigten. So haben zum Beispiel mehrere Private-Equity-Fonds jüngst die Übernahme der Altana-Pharmasparte durch die dänische Firma Nycomed finanziert. Auch die Marktführer Teva und Sandoz dürften an Zukäufen interessiert bleiben. Allerdings könnten sich nach Einschätzung von Branchenkennern für sie bei einem Kauf der Merck-Sparte kartellrechtliche Probleme ergeben. (awp/mc/ab)
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