Ölpreis sinkt unter 95 Dollar – Konjunktursorgen wegen Finanzmarktkrise

«Die in den USA zugespitzte Finanzmarktkrise hat auch die Konjunktursorgen erhöht und den Ölpreis unter Druck gebracht», sagte Dora Borbély, Rohstoffexpertin von der DekaBank. In den USA haben sich zuletzt die Nachrichten um die angeschlagenen Finanzunternehmen überschlagen: Lehman Brothers beantragte Gläubigerschutz nach Kapitel 11 und die ebenfalls angeschlagene US-Investmentbank Merrill Lynch wird von der Bank of America übernommen.


Öl nicht mehr als sicherer Hafen gesucht
Die erwartete konjunkturelle Schwäche rücke zunehmend in den Blick der Finanzmärkte. «Zudem sind auch zuletzt die Konjunkturdaten eher schlecht ausgefallen.» Eine schwächere Konjunktur sorgt für eine niedrige Nachfrage nach Rohöl. Auch die zwischenzeitliche Erholung des US-Dollar habe dem Ölpreis nicht geholfen, sagte die Expertin. Dies zeige, dass Öl nicht mehr als sicherer Hafen gesucht werde. Nach all den Übertreibungen am Ölmarkt dominierten jetzt ganz die Bremsspuren für die Konjunktur den Ölpreis.


«Ike» schlägt weniger hart zu als befürchtet
«Zudem hat Hurrikan ‹Ike› die Ölförderanlagen und Raffinerien im US-Bundesstaat Texas weniger stark als zuvor befürchtet beschädigt», begründete Borbély den Preisrückgang. Wegen des Wirbelsturms war die Ölförderung im Golf von Mexiko praktisch vollständig eingestellt worden. Auch stand fast ein Fünftel der amerikanischen Raffinerie-Kapazitäten still.


OPEC-Ölpreis praktisch unverändert
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist am vergangenen Freitag fast unverändert geblieben. Ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten der 13 OPEC-Staaten kostete im Durchschnitt 95,33 US-Dollar im Vergleich zu 95,29 Dollar am Tag davor. Dies teilte das OPEC-Sekretariat am Montag mit. Die OPEC berechnet ihren durchschnittlichen Korbpreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells. (awp/mc/ps/23)

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