Ölpreise geben trotz gefallener US-Öllagerbestände Gewinne teilweise ab

Zeitweise war der US-Ölpreis jedoch bis auf 94,59 Dollar geklettert. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 1,11 Dollar auf 90,33 Dollar.


US-Lagerbestände wegen «Ike» deutlich gefallen
Die US-Lagerbestände an Rohöl waren in der vergangenen Woche sehr stark gefallen. Die Rohölbestände fielen um 6,3 Millionen Barrel auf 291,7 Millionen Barrel. Die Daten sind jedoch laut Experten durch die Folgen von Hurrikan «Ike» in Texas verzerrt. Durch «Ike» wurde nahezu die komplette Ölförderung am Golf von Mexiko und 20 Prozent der Raffinierikapazitäten an der Golfküste lahm gelegen. Die Bestände an Benzin sanken ebenfalls stark. Die Benzinlagerbestände fielen um 3,3 Millionen Barrel auf 184,6 Millionen Barrel. Die Bestände an Heizöl und Diesel (Destillate) gaben um 0,9 Millionen Barrel auf 129,6 Millionen Barrel nach.


AIG-Rettung: Extremer Pessimismus weicht etwas Hoffnung
«Durch die Rettung des US-Versicherungskonzerns AIG in der vergangenen Nacht ist der extreme Pessimismus am Markt etwas zurückgegangen», erklärt die Commerzbank die Kursgewinne. In den vergangenen Tagen hatte die Finanzmarktkrise in den USA Konjunkturängste geschürt und die Ölpreise unter Druck gebracht. «Kurzfristig dürfte die technische Reaktion anhalten, zumal sich die Risiken auf der Angebotsseite zuletzt verstärkt haben», schreibt die Commerzbank.


Sicherheitslage in Nigeria deutlich verschärft
So habe sich bislang weitgehend unbeachtet die Sicherheitslage im weltweit achtgrössten Ölförderland Nigeria deutlich verschärft. Regierungsangaben zufolge belaufen sich die Förderausfälle aufgrund von Anschlägen in den letzten Tagen auf 115.000 Barrel pro Tag. Die Bewegung zur Befreiung des Nigerdeltas (MEND) hatte am Sonntag einen «Ölkrieg» ausgerufen. Seitdem seien 22 Soldaten und mehrere Arbeiter getötet sowie eine Ölförderanlage zerstört worden, erklärten die Rebellen am Dienstag.


An den Ölmärkten sank der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Oktober nach Veröffentlichung der Daten deutlich und notierte zuletzt bei 93,31 US-Dollar. Vor der Veröffentlichung der Daten hatte ein Barrel noch 94,35 Dollar gekostet. (awp/mc/pg/24)

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