Parmalat: Spur führt ins Tessin


Die renommierte Luganeser Anwaltskanzlei Spiess, Brunoni, Pedrazzini und Molino hat jahrelang Gelder für den Pleite gegangenen italienischen Lebensmittelkonzern Parmalat verwaltet.


Avvocato Giangiorgio Spiess. (pd)
«In den letzten zehn Jahren ist auf Grund von präzisen Angaben durch die Kunden ein Betrag von insgesamt weniger als 2 Millionen Euro transferiert worden», teilte das Anwaltsbüro am Samstag in einem dürren Communiqué mit. Als sich im Fall Parmalat die Verdachtsmomente gehäuft hätten, habe man «die zuständigen Schweizer Behörden» informiert. Tanzis Schatz gefunden?
Exakte Angaben zu den Besitzern der Gelder sowie über durchgeführte Transaktionen wurden nicht gemacht. Telefonische Anfragen blieben unbeantwortet. Die Anwaltskanzlei reagierte mit ihrem Communiqué auf einen Bericht der italienischen Zeitung «Corriere della Sera», die am Samstag auf ihrer Frontseite mit der Schlagzeile «Tanzis Schatz: das Konto ist gefunden» aufgewartet hatte. Gelder von Tetra Pak
Gemäss der Zeitung hatte Parmalat-Patron Calisto Tanzi mindestens 100 Millionen Euro auf einem Konto der PKB Privatbank AG in Lugano versteckt. In den Firmenkassen Parmalats war ein Loch von 14 Milliarden Euro festgestellt worden. Auf das Luganeser Konto, das angeblich von Spiess und seinen Partnern betreut wurde, seien während acht Jahren Gelder des schwedischen Verpackungsherstellers Tetra Pak geflossen, schrieb der «Corriere della Sera». Als Quelle für den Bericht wurde die Mailänder Staatsanwaltschaft genannt. (AWP/scc/pag)





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