Reisebranche: Branchenschock nach Attentaten in den USA überwunden

Insgesamt ist der hochgerechnete Umsatz der Reisebüros im 2005 um 10% auf 12,5 Mrd CHF gestiegen, wie der Schweizerische Reisebüro-Verband (SRV) anlässlich der Publikation einer Studie des SRV in Zusammenarbeit mit der Credit Suisse (CS) und den Elvia Reiseversicherungen zur Schweizer Reisebranche in Zürich mitteilte.


Umsatzplus von 5,7 Prozent pro Reisebüro


Das Umsatzplus pro Reisebüro lag 2005 bei 5,7%. Mit durchschnittlich 4,8 (VJ 4,6) Angestellten, erzielten die Reisevermittler dabei eine Umsatzrendite von 2,1 (0,7)%. Obwohl diese Zahl im Vergleich mit anderen Branchen tief liege, sei sie für die Reisebüros als Erfolg zu werten: «Was im Bereich von 2% liegt, ist in unserer Branche ein sehr gutes Ergebnis», räumte SRV-Geschäftsführer Walter Kunz ein. Mit diesen Zahlen habe die Branche die Nachhaltigkeit erreicht, die sie brauche.

Konjunkturerholung in der Schweiz


Verantwortlich für die erfreulichen Zahlen sei die Konjunkturerholung in der Schweiz, meint der SRV; ausserdem reagierten die Reisenden weniger sensitiv auf Katastrophen. «Unvorhergesehene Ereignisse sind heute nicht mehr so nachhaltig wie früher», erklärte Kunz vor den Medien.

Fortsetzung des positiven Trends


Im laufenden Jahr sollte sich gemäss Angaben der Reisebüros der positive Trend weiter fortsetzen: Die Umsätze dürften im laufenden Jahr weiter ansteigen. Einzig mit den Margen-Aussichten sind die Ferien-Vermittler weiter nicht zufrieden.

Globale Unsicherheit als negativer Einfluss


Die grösste Unterstützung des Geschäfts orten die Reisebüros gemäss Studie derzeit in den allgemeinen Wirtschaftsperspektiven. Negative Einflüsse sehen sie dagegen in der globalen Unsicherheit, dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und dem Ölpreis.

Steigender Konkurrenzdruck durch das Internet


Daneben bereitet ihnen der steigende Konkurrenzdruck Sorgen, welcher durch das Internet immer weiter verstärkt wird. Und die Tendenz dürfte keine Trendwende erfahren: Bis in fünf Jahren werden nach Schätzungen der Credit Suisse rund 30% der mit Reisen erzielten Umsätze aus Internet-Buchungen stammen. Heute liegt dieser Anteil bei rund 7%. «Wenn wir nach Deutschland schauen, so liegt der Umsatz-Anteil des Internets heute bereits bei 33%. Wir gehen davon aus, dass die Schweiz in dieser Hinsicht nachziehen wird», sagte Elke Frost vom Economic Research der CS auf Frage von AWP.

Die jährliche Studie wurde 2006 zum sechsten Mal durchgeführt. Insgesamt haben 500 Schweizer Reisebüros an der Umfrage teilgenommen. (awp/mc/ar)

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