Rieter bittet Angestellte um Lohnverzicht von 10%

Dies sagte Rieter-Sprecher Peter Grädel am Freitag auf Anfrage zu einem Artikel des Onlineportals «Tagesanzeiger.ch/Newsnetz». Davon ausgenommen seien die Angstellten auf dem unterstem Lohnniveau. Auch nicht gefragt worden seien jene, die bereits von Kostensenkungsmassnahmen wie etwa Kurzarbeit oder verlängerten Ferien betroffen seien, sagte Grädel. Die Massnahme sei auf ein halbes Jahr bis Ende Dezember befristet.


Konzernleitung mit gutem Beispiel voran
Die Konzernleitung beteilige sich an dem Lohnverzicht von 10%. Auch bei den Mitarbeitern sei Verständnis vorhanden: Ein Grossteil der Belegschaft unterstütze die Massnahme, sagte Grädel. Wie viele Angestellten mitmachten, konnte der Sprecher nicht sagen. Die Zustimmung für einen Lohnverzicht sei freiwillig. «Wenn jemand da nicht mitmachen kann, ist das auch völlig ok. Man kommt auf keine Schwarze Liste.»


Harsche Kritik der Gewerkschaften
Wenn jemandem aus Rezessionsgründen seine Stelle gekündigt werde, müsse er nicht mit Einbussen beim Arbeitslosengeld rechnen. «Denn dann würde der alte Lohn gelten», sagte Grädel. Wie viele Arbeitsplätze Rieter im laufenden Jahr gestrichen habe, wollte der Sprecher nicht sagen. Dies werde bei der Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse am 12. August bekannt gegeben. Unia-Gewerkschafter Beda Moor kritisierte das Lohnkürzungsprogramm hart: «Es ist davon auszugehen, dass Mitarbeiter, die nicht spuren, auf eine Schwarze Liste kommen, und sei es nur in den Köpfen der Vorgesetzten.»


«Deplatzierte Forderung»
Die Aufforderung zum Lohnverzicht sei deplatziert. Rieter unterstehe dem Gesamtarbeitsvertrag der Maschinenindustrie. Es sei nicht verständlich, warum die Firma nicht die Sozialpartner an einen Tisch geholt habe, um Lösungen zu suchen, die von der gesamten Belegschaft getragen würden. «Mit solchen Aktionen gefährdet man den sozialen Frieden», sagte Moor.


Lohnverzicht auch bei anderen CH-Unternehmen
Rieter ist nicht der erste Konzern, der seine Anstellten um Lohnverzicht bittet. Beim Schaffhauser Industrieunternehmen Georg Fischer verzichten allerdings nur die obersten 250 Manager seit Mai auf 10% ihres Lohnes. Für Wirbel hatte auch gesorgt, als Georg Fischer Anfang Mai bekanntgab, einem Drittel seiner Pensionkassenbezüger den Teuerungszuschlag zu streichen. Auch beim Reisekonzern Kuoni verzichten Verwaltungsrat und Konzernleitung in diesem Jahr auf einen halben Monatslohn. Auf freiwilliger Basis können auch über 200 Kadermitarbeiter von Kuoni Schweiz mitmachen. (awp/mc/ps/30)

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