SBB und SNCF spannen im Grossraum Genf zusammen – S-Bahn-Projekt im Grenzraum

Das neue Netz soll rund 30 Bahnhöfe verbinden und die Verkehrsprobleme der Region mit bald 900’000 Einwohnern lindern. Die beiden Staatsbahnen gaben am Freitag in Genf unter dem Namen «Transferis» die Gründung einer Firma bekannt, welche die Planung des S-Bahn-Netzes vorantreiben soll. Die S-Bahn soll ihren Betrieb im Jahr 2013 aufnehmen.


Eisenbahnlinie zwischen Annemasse und Genf-Cornavin
Rückgrat ist die neue Eisenbahnlinie (CEVA) zwischen Annemasse (F) und dem Haupbahnhof Genf-Cornavin. Die 14,2 Kilometer lange zum Teil unterirdisch verlaufende Strecke ist bereits im Bau, obwohl Teile der Linienführung nach wie vor umstritten sind.


Kosten von 950 Mio CHF
Die Kosten der CEVA belaufen sich auf 950 Mio CHF. Der Bund beteiligt sich mit 550 Mio CHF, der Kanton Genf mit 400 Mio.


Fahrzeit halbieren
Die neue Linie erlaubt es, die Fahrzeit von Genf nach Annemasse praktisch zu halbieren, nämlich von 33 Minuten mit mehrmaligem Umsteigen auf 17 Minuten ohne Umsteigen, wie der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) in einer Mitteilung vorrechnet. Ist die Lücke zwischen Annemasse und Genf erst einmal geschlossen, soll die S-Bahn bis nach Nyon VD und auch ins französische Evian weitergeführt werden. Auf dem Netz sollen dereinst 40 bis 60 Züge im Halbstundentakt verkehren.


Entscheid für Rollmaterial noch offen
Welches Rollmaterial verwendet wird, ist noch nicht entschieden. Der Entscheid soll im kommenden April fallen. Auf dem künftigen S-Bahn-Netz müssen bis 2013 noch zahlreiche Modernisierungsarbeiten getätigt werden.


Ziel: 25% der Grenzgänger
Die CEVA verfolgt das Ziel, dass mindestens 25% der Grenzgänger künftig den Zug wählen. Über 80’000 Pendler bewegen sich täglich im Grenzgebiet von Genf.


Auch in anderen Regionen
Neben Genf planen auch Basel und das Tessin S-Bahnen im Grenzgebiet. Im Raum Basel sind bereits fünf S-Bahnlinien in Betrieb, zwei davon grenzüberschreitend. Über eine unterirdische Verbindung zwischen dem Badischen Bahnhof und dem Basler SBB-Bahnhof unter dem Stadtzentrum hindurch findet zurzeit eine politische Diskussion statt. Im italienisch-schweizerischen Grenzraum soll eine neue Eisenbahnverbindung zwischen Mendrisio und Varese den Pendlerverkehr auf die Schiene bringen. Das Tessin soll dadurch besser an den Mailänder Flughafen Malpensa angebunden werden.


Bundesrat von Bundesrat verabschiedet
Der Bundesrat hat die entsprechende Botschaft im vergangenen November verabschiedet. Das Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf 134 Mio CHF. Die Hälfte davon enfällt auf den Bund. Wie die Genfer S-Bahn soll auch die Linie zwischen dem Mendrisiotto und der Lombardei in fünf Jahren in Betrieb genommen werden. (awp/mc/gh)

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