Scania will 12,1 Milliarden Euro für MAN bieten

Scania wolle die erforderlichen Mittel für eine Barofferte über Kredite und eine Kapitalerhöhung beschaffen, berichtete die Londoner Website «breakingviews.com» am Mittwoch unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.

1,8 Mrd EUR mehr als MAN geboten hatte
Nach Berechnung der schwedischen Tageszeitung «Dagens Industri» (Donnerstag) könnte Scania 12,1 Milliarden Euro bieten und damit 1,8 Milliarden Euro mehr als MAN bei seinem von Scania abgelehnten Übernahmeangebot. «Breakingviews.com» hatte zuvor gemeldet, ein mögliches Angebot dürfte weniger als 30 Prozent über dem aktuellen MAN-Börsenwert von gut 10 Milliarden Euro liegen. Unterdessen verlängerten die EU-Wettbewerbshüter am Donnerstag die Prüfung des MAN-Übernahmeangebots für Scania um zwei Wochen bis zum 20. Dezember.

Zustimmung von Scania-Grossaktionär VW fehlt noch
Ein mögliches Gegenangebot von Scania für MAN bedürfe dem «breakingviews»-Bericht zufolge aber noch der Zustimmung des Scania-Grossaktionärs Volkswagen . Der VW-Aufsichtsrat hatte erst bei seiner letzten Sitzung Mitte November eine solche Gegenofferte bis auf weiteres ausgeschlossen. Der Scania-Grossaktionäre Investor wolle sich an der erforderlichen Kapitalerhöhung dagegen beteiligen und erforderlichenfalls auch weitere Anteil übernehmen, hiess es in dem Bericht weiter.

Scania ruft Aktionäre zur Ablehnung des MAN-Angebotes auf
Weder Scania noch der grösste schwedische Anteilseigner Investor wollten den Bericht kommentieren. Man behalte sich wie bisher alle Möglichkeiten vor, erklärte Investor-Sprecher Fredrik Lindgren. Ein MAN-Sprecher sagte: «Wir erwarten derzeit kein Gegenangebot.» Zur Abwehr des als feindlich eingestuften Münchner Übernahmeversuches hat Scania in dieser Woche ganzseitige Anzeigen in allen grossen schwedischen Zeitungen geschaltet. Darin werden die Aktionäre zur Ablehnung der Offerte aufgerufen. Unternehmenssprecherin Cecilia Edström sagte zur Begründung, MAN habe in seinem Prospekt für die Scania-Aktionäre nur unvollständige Informationen übermittelt.

EU-Kommission: Keine Gründe für Verlängerung der Prüfung
Die EU-Kommission nannte keine Gründe für die Verlängerung der Prüfung. Üblicherweise wird die Wettbewerbsprüfung verlängert, wenn Unternehmen in Brüssel Konzessionen vorlegen oder nationale Wettbewerbsbehörden eine vollständige oder teilweise Übertragung der Fälle in ihren Kompetenzbereich wünschen. (awp/mc/ar)

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