SGS Surveillance: Umstellung auf IAS belastet stark – Akquisitionen absehbar


SGS Surveillance hat im 2001 einen Verlust von 75 Mio. Franken geschrieben. Ohne Umstellung der Rechnungslegung hätte der Konzern einen schönen Gewinn verbucht. Damit erfüllte SGS die Erwartungen der Analysten.

Von Patrick Imper


SGS-Hauptsitz (Foto: Keystone)
Der Warenprüfkonzern SGS Surveillance hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Sämtliche wichtigen Kennzahlen wiesen eine rückläufige Tendenz auf. Der Umsatz sank um 1,6 Prozent auf 2,33 Milliarden Franken, der Betriebsgewinn erlitt eine Einbusse von 10,7 Prozent auf 137 Milionen Franken, und der letztjährige Gewinn (129 Millionen) verwandelte sich in einen happigen Verlust von 75 Millionen Franken. Der Generalversammlung wird eine Dividende von 6 Franken vorgeschlagen.

Analysten dürften zufrieden seinTrotzdem darf man bei SGS Surveillance von einem befriedigenden Jahr sprechen. Auch die Finanzgemeinde wird sich über die Resultate grösstenteils freuen. So entsprach der Umsatz den Erwartungen der Analysten, die Schätzungen der Banker bezüglich Ebit wurden gar deutlich übertroffen (vergleiche Tabelle unten). Einzig beim Reingewinn verfehlte SGS die Prognosen deutlich: Der Gewinn vor Sonderposten betrug zwar 102 Millionen Franken, doch mit der Umstellung auf die neue Rechnungslegung mussten Rückstellungen von 177 Millionen Franken gemacht werden. So entstand ein Verlust von 75 Millionen, während die Analysten von einem Gewinn von zwischen 82 und 100 Millionen Franken ausgegangen sind.

Veränderte Währungsrelationen belastenDie Erlöse von SGS litten im vergangenen Jahr stark unter den veränderten Währungsrelationen, die die Gruppe 95 Millionen Umsatz kosteten. Auf vergleichbarer Basis zum Vorjahr schwollen die Erlöse somit um 2,1 Prozent an, statt dem ausgewiesenen Umsatzrückgang von 1,6 Prozent. Die meisten Divisionen von SGS konnten sowohl bezüglich Umsatz als auch Betriebsergebnis zulegen (vergleiche Tabelle unten).

GTS-Geschäft bricht ein
Eine Ausnahme bildete der Bereich Global Trade Solutions, der beim Umsatz um 23,4 Prozent auf 271 Millionen einbrach, der Ebit sank gar um 41,5 Prozent auf 35 Millionen. In der Entwicklung spiegle sich der Verlust von Kontrakten (Philippinen und Elfenbeinküste) und Kosten für den Aufbau neuer Dienstleistungen, lässt SGS verlauten. Auch die Division Minerals Services gab nach: Der Umsatz in Lokalwährungen stieg zwar um 2,2 Prozent, der Ebit sank aber um 20 Prozent: Grund: Durch die gedrückten Stahlmärkte sei die Nachfrage nach Dienstleistungen – besonders in Asien und der Ukraine – reduziert worden.

SGS Surveillance: Kennzahlen unter der Lupe 20012000±_in_%Umsatz23322369-1.6Ebitda247261-5.4Ebit137154-10.7Gewinn vor Sonderposten102113-9.7Gewinn/Verlust-75129n.a.Dividende65.8-3.4Geldwerte in Mio. Franken (ausser Dividende in Franken)

SGS Surveillance: Entwicklung nach Sparten Umsatz±_in_%Ebit±_in_%Agricultural Services217-0.118-12.3Minerals Services206-319-20Redwood Services4154.4436.8Consumer Product S.2838.1219.2Industrial Services4030.42431.5Internat. Certification S.1980.4251.2Global Trade Solutions271-23.435-41.5

Weitere Verbesserung in Aussicht in gestelltSergio Marchionne (Foto: Keystone)
Der Fokus des Marktes liegt aber weniger auf den Zahlen selber als auf den Angaben zur Zukunft des Konzerns unter Führung des im Januar ernannten neuen CEO Sergio Marchionne. In der Pressemitteilung heisst es hierzu: SGS erwarte im laufenden Jahr sowohl im operativen Geschäft als auch auf Stufe Gewinn vor Sonderposten die heute veröffentlichten Werte zu übertreffen. In den Unterlagen zur Medienkonferenz wird man deutlicher: SGS erachte ein Umsatzwachstum von 10 Prozent, eine Ebit-Marge in gleicher Höhe und eine Eigenkapitalrendite von 20 Prozent mittelfristig als «erreichbar». «Wir dürften die Ziele wahrscheinlich früher als in 5 Jahren erreichen», erklärte Marchionne heute in der Bilanzmedienkonferenz. An den 1998 formulierten Wachstumszielen halte SGS somit fest.

SGS auf Akquisitionstour, Verkauf von GTS wird erwogen
Da organisches Wachstum nicht ausreiche, seien die Geschäftschancen und Akquisitionsziele für 2002 «aggressiv» formuliert worden, so Max D. Amstutz, VR-Präsident der SGS in einem Vorabdruck seiner Rede. Es seien «einige» Projekte in der Pipeline, und SGS wolle in den meisten Geschäftsfeldern und Regionen eine «kritische Masse» erreichen. Im Gegenzug werde ein Verkauf der Geschäftseinheit Global Trade Systems erwogen, so Marchionne. SGS halte sich aber für die Zukunft der Sparte alle Optionen offen.

SGS Surveillance: Was die Analysten schätzten ReingewinnEbitUmsatzRatingCSFB81,8248,22355BuyDeutsche Bank*841072315Market PerformerVontobel1001282300-Sarasin90116,92337HoldLombard Odier921132310-ZKB891202340-* Ebitda statt Ebit
Geldwerte in Mio. Franken

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