Stadler AG erhält in der 2. Auflage des Bieterverfahren ungarischen Bahnauftrag

Danach haben die ungarischen Staatsbahnen den Auftrag zum zweiten Mal an das Thurgauer Unternehmen vergeben haben. Die Bestätigung durch die ungarische Staatsbahn erfolgte am Mittwochvormittag in Budapest.

Bombardier will in die Berufung gehen
Das Geschäft hat einen Wert von rund 620 Mio CHF. Zugleich wurde das Angebot des einzigen Mitbewerbers, der kanadisch-deutschen Bombardier AG, für ungültig erklärt. Bombardier kündigte an, gegen die Entscheidung in Berufung zu gehen. Die Staatsbahnen hätten für ihre Entscheidung keine Begründung angegeben, was bereits ein Rechtsverstoss sei, sagte Bombardier- Sprecher Ulrich Bieger gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Ausschluss von Bombardier wegen Dumpingpreisen
Der Ausschluss war allerdings damit erklärt worden, dass Bombardier die Kosten für den Unterhalt der Züge unrealistisch tief angesetzt habe. Bär bezeichnete die von Bombardier veranschlagten Unterhaltskosten als Dumpingpreise. Verlangt gewesen seien kostendeckende Preise. Diese Bedingung habe der Stadler-Konkurrent nicht erfüllt. Statt dessen soll Bombardier versucht haben, die zu niederen Unterhaltskosten über höhere Reinigungskosten wieder herein zu holen. Die Reinigungskosten wären beim Bieteverfahren weniger stark ins Gewicht gefallen. Stadler hatte den Auftrag für den Bau von 30 seiner «Flirt»-Züge und die Option auf weitere 30 Züge schon einmal erhalten. Gegen diese Auftragsvergabe hatte Bombardier Beschwerde erhoben und sogar mit der Schliessung seiner Niederlassung in Ungarn gedroht. Vor Gericht erhielt der kanadische Konzern Bombardier Recht: Das erste Vergabeverfahren sei nicht korrekt gewesen, entschieden die Richter. Es müsse wiederholt werden. Stadler reichte für die zweite Runde erneut eine Bewerbung ein. Dabei wurden die Preise optimiert und nach unten angepasst. Es bleibe aber ein lohnender Auftrag, sagte Silvia Bär.


(AWP, MC hfu)

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