US-Ausblick: Freundlich – Hoffnung auf Zinssenkung

Einige Anleger hielten aber sogar einen halben Prozentpunkt für notwendig um die Aktienmärkte zu beruhigen und das Wirtschaftswachstum zu stimulieren, sagten Händler. Wichtig sei auch die Einschätzung zur Auswirkung der Hypothekenkrise auf die Realwirtschaft. Positiv wirkt laut Händlern die besser als erwartete Bilanz von Lehman Brothers auf die Stimmung.


Der Future auf den S&P-500-Index stieg gegen 14.45 Uhr um 0,58 Prozent auf 1.485,50 Punkte. Am Montag hatte der marktbreite Index 0,51 Prozent auf 1.476,65 Zähler verloren. Der Future auf den NASDAQ 100 gewann 0,91 Prozent auf 2.000,00 Zähler, nachdem der Auswahlindex am Vortag um 0,89 Prozent auf 1.983,08 Punkte gesunken war.


Konjunkturdaten hatten Händlern zufolge kaum Einfluss auf das Marktgeschehen. Die Erzeugerpreise waren stärker als erwartet gesunken. Die Kernrate ohne die stark schwankenden Lebensmittel- und Energiepreise stiegen zum Vormonat um 0,2 Prozent. Die Erzeugerpreise beeinflussen die allgemeine Teuerung nicht direkt, schlagen aber erfahrungsgemäss mit einiger Verzögerung zumindest teilweise auf die Verbraucherpreise durch.


Vor dem Statement des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) dürften die besser als erwarteten Quartalsergebnisse von Lehman Brothers das Geschehen bestimmen, sagten Händler. Die Aktien legten nach vorbörslich mehr als vier Prozent zu. Sowohl der Gewinn je Aktie als auch die Erträge der Investmentbank lagen über den Analystenschätzungen. Lehman teilte ausserdem mit, die Bewertung der Hypothekenkredite sei deutlich gesenkt worden. Im August hatte die Bank ihr Hypothekengeschäft heruntergefahren, in Südkorea sogar ganz geschlossen. Die höchste Relevanz habe nun, wie viele problematische Kredite die Bank noch in ihren Büchern hat, sagten Experten.


Die Aktie von Lehman war wegen der Unsicherheit im Sektor in den vergangenen Wochen stark unter Druck geraten. Im Laufe dieser Woche werden auch Morgan Stanley , Bear Stearns und Goldman Sachs ihre Zahlen vorlegen. Die Titel legten vorbörslich auch zu. In Europa profitierten Bankentitel von den positiven Lehman-Zahlen.


Andere Unternehmen stehen ebenbfalls mit Zahlen im Blick. Adobe Systems hatte bei einem Rekordumsatz mit einem deutlichen Gewinnanstieg die Erwartungen der Analysten übertroffen. Vorbörslich legte der Titel 5,04 Prozent auf 45,23 Dollar zu.


Aktien von Merck & Co. könnten wegen der Kontroverse um das Schmerzmittel Vioxx unter Druck geraten. Der Staat New York und New York City verklagen das Pharmaunternehmen. Sie werfen Merck & Co. vor, Medicaid und andere öffentliche Krankenversicherungsprogramme betrogen zu haben, in dem Herzprobleme in Verbindung mit Vioxx vertuscht wurden.


General Motors (GM) könnten auch unter Druck geraten. Goldman Sach senkte den Titel von «Buy» auf «Neutral». Auf aktuellem Kursniveau seien die Zugeständisse an die Gewerkschaft (UAW) bereits eingepreist.


Titel von General Electric (GE) könnten hingegen von einem positiven Analystenkommentar profitieren. Ein Analyst von Goldman Sachs sagte, der Konzern dürfte am Dienstag bei einem Investorentreffen über positive Trends in seinem Infrastruktur-Segment berichten. (awp/mc/pg)

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