US-Autobauer Ford überrascht mit Milliardengewinn

«Unsere Ergebnisse zeigen klar, dass Ford trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise gewaltigen Fortschritt macht», sagte Konzernchef Alan Mulally am Montag am Unternehmenssitz in Dearborn (Michigan). Die Zahlen fielen weit besser aus als Branchenexperten im Schnitt erwartet hatten. Die Aktie stieg im vorbörslichen US-Handel deutlich. Ford fuhr in den vergangenen drei Monaten das zweite Mal in Folge einen Überschuss von diesmal exakt 997 Millionen Dollar (675 Mio Euro) ein. Ein Jahr zuvor hatte der Autobauer einen Verlust von 161 Millionen Dollar verzeichnet. Der Umsatz fiel aber noch einmal um 800 Millionen Dollar auf 30,9 Milliarden Dollar.


Kehrtwende gerade noch rechtzeitig eingeleitet
Ford schlägt sich damit klar besser als die mit Milliardensummen von der US-Regierung gestützte bisherige Opel-Mutter General Motors (GM) und auch als die US-Nummer Drei Chrysler. Deren Verkaufszahlen sind weit steiler abgestürzt, beide mussten zum Neustart durch ein Insolvenzverfahren. Ford hatte bei der Verschuldung und der Modellpalette frühzeitiger eine Kehrtwende eingeleitet und profitierte bei den Kunden auch von den Pleiten der Rivalen. Alle US-Autobauer hatten aber zu lange auf spritfressende Pickups und Geländewagen gesetzt und wurden zusätzlich von der US-Rezession schwer getroffen.


Volvo grenzt Verluste ein
In Europa erreichte Ford zuletzt einen Betriebsgewinn vor Steuern von 193 Millionen Dollar. Das ist fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Der Umsatz fiel allerdings auch hier um mehr als ein Fünftel auf 7,6 Milliarden Dollar. Die zum Verkauf stehende Tochter Volvo konnte den Betriebsverlust vor Steuern um gut 70 Prozent auf 135 Millionen Dollar verringern. Der Umsatz stieg sogar leicht auf drei Milliarden Dollar. Offizieller Favorit als Volvo-Käufer ist der chinesische Autobauer Geely. Das für Fords Schieflage verantwortliche Nordamerika-Geschäft schaffte es erstmals seit Anfang 2005 vor Steuern in die schwarzen Zahlen. Ford erzielte konzernweit zusätzliche Einsparungen von einer Milliarde Dollar. Insgesamt sind es im laufenden Jahr damit bereits 4,6 Milliarden Dollar, etwas mehr als geplant.


Herber Rückschlag bei Kostensenkungen
Allerdings erlitt Ford bei den Kostensenkungen gerade einen herben Rückschlag: Die US-Belegschaft verweigerte weitere mit der Gewerkschaftsspitze ausgehandelte Einschnitte, wie sie GM und Chrysler in in ihren Insolvenzen erreicht hatten. Ford hatte sich mehrfach über «unfaire Vorteile» für die Konkurrenten beklagt. Auch die Hilfen für Opel schmecken dem Hersteller nicht. Für die ersten neun Monate 2009 steht unter dem Strich bei Ford im fortgeführten Geschäft ein Plus von 1,8 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor lag das vergleichbare Minus bei 8,8 Milliarden Dollar. (awp/mc/ps/21)

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