US-Eröffnung: Gut behauptet – Zahlen im Fokus, Hypothekenfinanzierer erholt

Nach dem kräftigen Plus vom Vortag hätten die Börsen ihren anfänglichen Schwung allerdings zuletzt nicht behaupten können und sackten nach enttäuschenden Konjunkturdaten des Philadelphia-Fed-Index etwas ab, sagten Händler. Auch der ins Plus drehende Ölpreis drücke auf die Stimmung. Technologiewerte tendierten unterdessen nur noch uneinheitlich. Im Fokus blieben die Berichtsunternehmen und auch die Hypothekenfinanzierer.


Der Dow Jones Industrial stand zuletzt mit 0,29 Prozent im Plus bei 11.272,18 Punkten. Der S&P-500-Index legte 0,41 Prozent auf 1.250,52 Punkte zu. An der Technologiebörse NASDAQ ging es für den Composite-Index um 0,22 Prozent auf 2.289,86 Zähler hoch, während der NASDAQ 100 0,12 Prozent auf 1.841,70 Punkte verlor.


Bankaktien sprangen erneut an die Spitze des Dow. Nach den erfreulichen Zahlen der Bank Wells Fargo am Vortag bietet laut Händlern nun die Quartalsbilanz von JPMorgan den Finanzwerten weitere Unterstützung. Die US-Grossbank übertraf im zweiten Quartal trotz eines deutlichen Gewinnrückgangs die Erwartungen der Analysten. Die Aktien sprangen daraufhin um 9,96 Prozent nach oben auf 39,52 Dollar, Bank of America verteuerten sich um 8,29 Prozent auf 24,55 Dollar. Nach Börsenschluss legt die Investmentbank Merrill Lynch Zahlen vor. Die Aktien zogen zuletzt um 5,71 Prozent auf 29,60 Dollar an.


Auch United Technologies überzeugte mit seinen grossteils besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für das abgelaufene Quartal. Der Mischkonzern hob zudem seine Jahresprognose an. Die Aktien verteuerten sich um 3,40 Prozent auf 63,19 Dollar. JPMorgan und United Technologies hätten den Börsianern wieder etwas Vertrauen in die Wirtschaft gegeben, sagten Händler.


Die Bilanzvorlage von MGIC Investment löste unterdessen sehr positive Reaktionen bei den Aktien der angeschlagenen Hypothekenfinanzierer aus. Zwar seien die Ergebnisse von MGIC mit 0,74 Dollar Verlust je Aktie deutlich schlechter ausgefallen als von Analysten mit 0,61 Dollar erwartet, sagten Händler. Allerdings seien im zweiten Quartal deutlich mehr Policen verkauft worden, was Hoffnungen auf eine Stabilisierung in den kommenden Monaten geschürt habe. Die Kreditausfälle könnten spätestens Anfang 2009 ihren Höhepunkt erreichen. Zuletzt standen die Aktien des US-amerikanischen Hypothekenversicherers mit 29,27 Prozent im Plus bei 5,30 Dollar, nachdem zu im frühen Geschäft bis zu 77 Prozent zugelegt haben. Fannie Mae verteuerten sich um 16,22 Prozent auf 10,75 Dollar, Freddie Mac gewannen 16,11 Prozent auf 7,94 Dollar.


Andere bedeutende Unternehmen enttäuschten allerdings den Markt mit ihren Zahlen. Die Aktien von Coca Cola rutschten als zweitschwächster Dow-Wert um 4,11 Prozent auf 50,19 Dollar ab. Der weltgrösste Softdrink-Hersteller steigerte im zweiten Quartal seinen Umsatz im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 9,05 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) legte auf 1,01 Dollar zu und lag damit, wie auch der Umsatz über der durchschnittlichen Analystenschätzung. Allerdings wies Coca-Cola unter dem Strich wegen Milliarden-Abschreibungen bei einem Abfüller einen deutlichen Gewinnrückgang aus.


Aktien von eBay rutschten nach Zahlen um 14,24 Prozent auf 24,03 US-Dollar ab. Das Internet-Auktionshaus übertraf zwar mit dem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,43 Dollar die durchschnittliche Analystenprognose. Einem Händler zufolge wurden aber die Flüsterschätzungen verfehlt. Auch die Umsatzziele lägen unter der Markterwartung und entsprechend gehe es für die Aktie bergab. Flüsterschätzungen sind die Umsatz- und Ertragsschätzungen, die nicht von den traditionellen Analysten kommen, sondern von Börsianern zumeist im Internet ermittelt werden. Die Analysten von UBS reduzierten ihr Kursziel für die Aktien von 31,5 auf 30,0 Dollar. (awp/mc/pg/33)

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