US-Eröffnung: Knapp behauptet – Sinkende Verbraucherpreise belasten

Der starke Rückgang der Verbraucherpreise sei nicht nur eine Gefahr für die Unternehmensgewinne, sondern lasse in Verbindung mit den am Vortag ebenfalls deutlich gesunkenen Erzeugerpreisen Angst vor einer Deflation aufkeimen.


Der Leitindex Dow Jones (DJIA) gab 0,11 Prozent auf 8.415,19 Punkte nach. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es um 0,41 Prozent auf 855,64 Zähler nach unten. An der NASDAQ sank der Composite-Index um 0,06 Prozent auf 1.482,30 Punkte. Der NASDAQ 100 legte indes um 0,22 Prozent auf 1.158,24 Punkte zu.


Die US-Verbraucherpreise sind im Oktober mit Rekordgeschwindigkeit um 1,0 Prozent gesunken. Dies ist der stärkste monatliche Preisrückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1947. Volkswirte hatten zuvor mit einem nur halb so starken Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet. Im Vormonat hatten die Preise noch stagniert. Auf dem Immobilienmarkt brach die Zahl der Baugenehmigungen überraschend deutlich ein und auch die Zahl der Baubeginne ging weiter zurück.


Die Titel der Autokonzerne General Motors (GM) und Ford Motor ragten erneut mit massiven Kursverlusten heraus. So rutschten GM um 13,59 Prozent auf 2,67 Dollar ab und markierten zeitweise den tiefsten Stand seit 60 Jahren. Ford verbilligten sich um 11,90 Prozent auf 1,48 Dollar. Die Chefs der drei grossen US-Autobauer GM, Ford und Chrysler haben mit Warnungen vor einem Kollaps der Autoindustrie ihrer Bitte um einen neuen Milliarden-Staatskredit Nachdruck verliehen. Ein neuer Kredit in Höhe von 25 Milliarden Dollar sei nötig, «um die Liquiditätskrise zu überleben», sagte Chrysler-Vorstandschef Robert Nardelli am Dienstag vor einem US-Senatsausschuss.


Der republikanische Senator von Alabama, Richard Shelby, sprach sich in den Medien gegen staatliche Hilfe für die angeschlagenen Autobauer aus. Er gehe nicht davon aus, dass die Konzerne eine Alternative zu ihrem gescheiterten Geschäftsmodell hätten, sagte er im Fernsehsender CBS. Die beste Option sei, Gläubigerschutz («Chapter 11») zu beantragen und die Führungsebene auszutauschen. Auf ein geplantes Angebot des deutschen Solarkonzerns SolarWorld für die vier deutschen Opel-Werke und das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim reagierte eine GM-Sprecherin zurückweisend: «Opel steht nicht zum Verkauf».


Finanztitel standen ebenfalls weiter unter Druck. JPMorgan sanken im Leitindex um 6,94 Prozent auf 29,91 Dollar, Bank of America verloren 6,39 Prozent auf 14,22 Dollar. Sie fanden sich damit ebenso auf dem Kursniveau von 1995 wieder wie Citigroup-Aktien , die 5,86 Prozent auf 7,87 Dollar verloren. An der Dow-Spitze gewannen dagegen McDonald’s 1,54 Prozent auf 57,38 Dollar.


Teva Pharmaceuticals verbesserten sich um 2,11 Prozent auf 43,08 Dollar. Der Generika-Hersteller und der vor der Übernahme durch Teva stehende Konkurrent Barr Pharmaceuticals teilten mit, sie hätten einen Patentstreit mit Sanofi-Aventis über die Allergiemedikamente Allegra und Nasacort beigelegt. Barr stiegen um 0,57 Prozent auf 65,41 Dollar. (awp/mc/pg/28)

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