US-Schluss: Gewinne – Tech-Aktien stützen, Daten negativ

Gedämpft wurden die Gewinne aber durch negativ aufgenommene Konjunkturdaten. In den USA hatte sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia überraschend und deutlich eingetrübt. Zudem waren die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe unerwartet gestiegenen. Insofern fürchteten die Anleger, dass die wirtschaftliche Erholung an Schwung verlieren könnte, sagten Börsianer.


Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) stand 0,24 Prozent im Plus bei 10.434,17 Punkten, nachdem er lange Zeit über Verluste verbucht hatte. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 0,13 Prozent auf 1.116,04 Punkte. An der technologielastigen Nasdaq rückte der Composite-Index um 0,05 Prozent vor auf 2.307,16 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 verzeichnete einen Aufschlag von 0,28 Prozent auf 1.910,65 Punkte.


Papiere von Apple stiegen um 1,73 Prozent auf 271,87 US-Dollar und waren zwischenzeitlich sogar auf ein Rekordhoch von 272,90 Dollar geklettert. Für die Neuauflage des Verkaufsschlagers iPhone waren am Mittwoch mehr als 600.000 Vorbestellungen eingegangen.


Aktien von Microsoft legten um 0,19 Prozent zu auf 26,37 Dollar. Der Software-Konzern zahlt seinen Aktionären im September eine Quartalsdividende in Höhe von 0,13 Dollar je Anteilsschein. Auch Intel-Papiere schlossen in der Gewinnzone.


Leicht im Minus notierten die in den USA gelisteten Aktienersatzscheine von BP. Sie sanken um 0,44 Prozent auf 31,71 Dollar. Wie bereits am Vortag bekannt geworden war, will der britische Ölmulti – wie von politischer Seite aus den USA gefordert – einen Treuhandfonds zur Entschädigung der Opfer aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko bereit stellen. Ausserdem wird die Dividende für das erste Quartal, die am 21. Juni ausgeschüttet werden sollte, ebenso gestrichen wie die Dividende für die zwei Folgequartale.


Börsianer sprachen nun an diesem Donnerstag zwar von einem «Schritt in die richtige Richtung» und erwarten von diesen Massnahmen eine Entspannung. Laut einem Bericht des Wirtschaftssenders CNBC aber erwägt BP die Ausgabe von Anleihen im Volumen zwischen fünf und zehn Milliarden Dollar. Die Anleger fürchten Börsianern zufolge jetzt, dass die Briten mehr Geld für Zinszahlungen ausgeben könnten und damit unter dem Strich noch weniger für die Anteilseigner übrig bleibt.


Das Rüstungsunternehmen Northrop Grumman will für zwei Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen, was nach eigenen Angaben etwa elf Prozent der umlaufenden Papiere entspricht. Die Anleger honorierte dies mit einem Aufschlag von 0,69 Prozent auf 61,50 Dollar.


Das Biotechnologieunternehmen Human Genome Sciences und der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline teilten mit, dass das gemeinsam entwickelte Medikament Benlysta gegen die Autoimmunkrankheit Lupus in einer klinischen Studie ein wichtiges Ziel erreicht habe. Papiere von Human Genome Sciences stiegen um 2,62 Prozent auf 27,77 Dollar, GlaxoSmithKline-Titel verloren zuletzt in London 0,73 Prozent auf 1.215 Pence.


Anteilsscheine von Dreamworks Animation verbilligten sich um 4,11 Prozent auf 27,08 Dollar. Laut Finanzchef Lew Coleman könnte der Gewinn im zweiten Quartal die Marktprognosen verfehlen. Der 3D-Streifen «Shrek Forever After» sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben, hiess es. Schliesslich fielen die Papiere des Herstellers von Luxushäusern Toll Brothers um 3,99 Prozent auf 18,03 Dollar. Da sich das Konsumentenvertrauen eingetrübt habe, würden weniger Menschen einen Immobilienkauf erwägen, teilte das Unternehmen mit.


(awp/mc/hfu/01

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