US-Schluss: Verluste – Ölpreis und Zahlen von GM belasten

Der Leitindex Dow Jones (DJIA) verabschiedete sich mit Abschlägen von 0,45 Prozent bei 11.326,32 Zählern aus der Handelswoche. Zum Freitag vergangener Woche bedeutete das lediglich ein Minus von 0,39 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index büsste 0,56 Prozent auf 1.260,31 Zähler ein. An der Technologiebörse NASDAQ verlor der Composite-Index 0,63 Prozent auf 2.310,96 Punkte. Der NASDAQ 100 gab um 1,22 Prozent auf 1.826,56 Punkte nach.


General Motors fielen nach enttäuschenden Zahlen als Dow-Schlusslicht um 7,59 Prozent auf 10,23 Dollar. Der schwer angeschlagene Autobauer stürzt immer tiefer in die Krise. Im zweiten Quartal fuhr der Opel-Mutterkonzern unter dem Strich ein enormes Minus von 15,5 Milliarden Dollar (10 Milliarden Euro) ein. Der vierte Quartalsverlust in Folge fiel dramatisch schlimmer als erwartet. Der Umsatz brach wegen der Krise auf dem amerikanischen Automarkt im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 38,2 Milliarden Dollar ein.


Vergleichsweise gut hielten sich Chevron, die 0,30 Prozent tiefer bei 84,31 Dollar schlossen. Der Ölkonzern hatte zwar im zweiten Quartal sowohl den Gewinn als auch den Umsatz weniger stark gesteigert als an der Wall Street erwartet, doch die aktuelle Ölpreisentwicklung stützte den Kurs etwas.


Nortel Networks verloren 14,66 Prozent auf 6,52 Dollar. Der Telekomausrüster hatte im abgelaufenen Quartal wegen Restrukturierungsaufwendungen und ungünstiger Währungseffekte seinen Verlust verdreifacht. Zudem rechnet das Unternehmen damit, dass angesichts der Konjunkturschwäche wichtige CDMA-Kunden in Nordamerika ihre Ausgaben weiter zurückfahren könnten. Dennoch sieht Nortel sich auf dem richtigen Weg, seine Jahresziele zu erreichen.


Kein guter Tag war es auch für Pharma-Aktien. Schering-Plough verbilligten sich nach negativen Nachrichten um 3,18 Prozent auf 20,41 Dollar. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte dem Pharmakonzern die Zulassung für den Wirkstoff Sugammadex verweigert. Biogen Idec stürzten um 28,31 Prozent auf 50,01 Dollar ab. Das Biotechnologieunternehmen hatte zusammen mit seinem Partner Elan die Aufsichtsbehörden über zwei möglicherweise tödliche Hirnerkrankungen im Zusammenhang mit Tysabri informiert, das für beide Unternehmen eines der wichtigsten Medikamente ist. Elan fielen sogar um 50,47 Prozent auf 9,93 Dollar.


Für NYSE Euronext ging es trotz guter Zahlen um 12,89 Prozent auf 41,15 Dollar bergab. Der amerikanisch-europäische Börsenbetreiber hatte im zweiten Quartal getrieben von einem hohen Volumen im Kassa- und Derivategeschäft Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Börsianer sagten, Aussagen des britischen Konkurrenten London Stock Exchange (LSE) , der zum günstigsten Anbieter für Grosskunden in Europa werden wolle, könnten die Aktie von NYSE Euronext belasten.


Sun Microsystems verloren im Technologiesektor ungeachtet guter Zahlen 12,32 Prozent auf 9,32 Dollar – laut Experten enttäuschte ein überraschend schwacher Ausblick. Auch Aktien von Cigna büssten trotz eines höher als erwarteten Quartalsgewinns 3,81 Prozent auf 35,61 Dollar ein, nachdem der Krankenversicherer zwar seinen Gewinnausblick bestätigt, aber die Erwartungen für die grösste Unternehmenssparte Health Care gesenkt hatte.


Ambac Financial schossen hingegen aufgrund positiv aufgenommener Nachrichten um 50,40 Prozent auf 3,79 Dollar nach oben. Der krisengeschüttelte Anleihenversicherer hat der Zahlung von 850 Millionen Dollar zugestimmt, um sein Engagement in sogenannten «Collateralized Debt Obligations» (CDO) zu verringern. Diese komplexen und hochriskanten Finanzinstrumente gehören zur Gruppe forderungsbesicherter Wertpapiere. Die Analysten von Goldman Sachs sagten, die mit der Transaktion verbundenen Verluste hätten höher ausfallen können als letztlich geschehen. Seit Jahresbeginn hatten Ambac in der Spitze rund 96 Prozent an Wert verloren. Papiere des Konkurrenten MBIA stiegen um 29,34 Prozent auf 7,67 Dollar. (awp/mc/ps/01)

Exit mobile version