Volle Läden am Sonntagsverkauf

Bei Manor ist Mode aus Kaschmirwolle ein Renner, und auch Accessoires wie Mützen und Halstücher landen häufig auf dem Ladentisch. «Das kalte Wetter hat sehr geholfen», stellt Globus-Sprecher Jürg Welti fest. Das weihnächtliche Wetter mache Lust auf einen Einkaufsbummel, sagt Madeleine Elmer vom Berner Warenhaus Loeb. Gut verkaufen sich dieses Jahr auch bewährte Weihnachtsgeschenke: Parfüme, Bijouterieartikel und Spielzeuge.


Verkaufsschlager Zhu-zhu
Beim Spielzeug hat Manor-Sprecherin Elle Steinbrecher einen Trend ausgemacht: Viele Kinder wünschen sich den elektronischen Hamster Zhu-zhu unter dem Weihnachtsbaum. Beliebt ist auch Kinect, ein Gerät, mit dem durch Körperbewegungen auf der Videokonsole Xbox 360 gespielt werden kann. Die drei Warenhausketten sind zufrieden mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft. Der positive Tenor bestätigt eine Umfrage der Beratungsfirma Ernst & Young: Durchschnittlich 301 CHF wollen Schweizerinnen und Schweizer demnach dieses Jahr für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das sind 34 CHF mehr als letztes Jahr.


Stimmung besser als vor Jahresfrist
Die Konsumenten waren schon das ganze Jahr über eine wichtige Stütze für die Schweizer Wirtschaft. Zwar waren sie gemäss der letzten Umfrage des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) im Oktober etwas weniger ausgabefreudig als noch im Sommer – die Stimmung war aber dennoch deutlich besser als ein Jahr zuvor. Das diesjährige Weihnachtsgeschäft werde ein guter Abschluss für ein gutes Jahr, sagt Thomas Stocker von der Konjunkturforschungsstelle BAK Basel. Gemäss BAK wird der Detailhandel 2,3% mehr umsetzen als 2009. Der Privatkonsum insgesamt dürfte aus Sicht der Bank UBS um 1,8% steigen – das SECO rechnet mit 1,7%.


«Die Leute realisieren, dass die Krise vorüber ist»
Den robusten Konsum führen Experten unter anderem auf die bessere Situation auf dem Arbeitsmarkt zurück. Wer seine Stelle verliert oder Angst vor einem Stellenverlust hat, gibt weniger Geld aus. «Die Leute realisieren, dass die Krise vorüber ist», sagt Caesar Lack von der UBS. Die wirtschaftliche Erholung werde sichtbar, erklärt BAK-Experte Stocker. Die Steigerung hat aber nicht nur psychologische Ursachen: Die Bevölkerung wächst, und damit auch der Konsum. «Mit jeder Person, die einwandert, erhält die Schweiz eine neue Konsumentin oder einen neuen Konsumenten», erklärt Damian Künzi von der Bank Credit Suisse. (awp/mc/ps/02)

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