Wacker lässt Krise hinter sich

Das Krisenjahr 2009 will er hinter sich lassen und wieder an die Rekordzahlen von 2008 anknüpfen. Selbst diese Werte sollen nun übertroffen werden. Für 2010 sei mit Umsätzen in der Grössenordnung von 4,5 (bisher mehr als 4) Milliarden Euro zu rechnen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde das Niveau von 1,06 Milliarden Euro aus dem Jahr 2008 überschreiten. Bisher war ein deutliches Wachstum zum Vorjahr mit 607 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden.


Rekordumsatz
«2010 wird ein sehr erfolgreiches Jahr werden», sagte Staudigl. Der Konzern habe sein Wachstum im zweiten Quartal ausgebaut und liege zur Mitte des Geschäftsjahres auf einem «sehr guten Kurs». Von April bis Juni kletterte der Umsatz vor allem Dank stark gestiegener Absatzmengen um 30 Prozent auf den Rekord von 1,202 Milliarden Euro. Auch der stärkere US-Dollar sorgte für Rückenwind. Unter dem Strich erwirtschaftete der MDax -Konzern einen Gewinn von 135,4 (-74,5) Millionen Euro. Vor einem Jahr hatten hohe Abschreibungen und Umbaukosten den Konzern tief in die Verlustzone gedrückt. Dank der deutlich stärkeren Nachfrage seien die Produktionsanlagen wesentlich besser ausgelastet. Das EBITDA kletterte um über 81 Prozent auf 308,6 Millionen Euro. Die Marge legte auf 25,7 (18,4) Prozent zu. Bei allen Kennzahlen übertraf der Konzern die Analysten-Prognosen.


Aktie unter Druck
Am Finanzmarkt geriet die Aktie trotz positiver Resonanz bei Analysten nach anfänglichen Gewinnen unter Druck. Zuletzt büssten die Titel 2,78 Prozent auf 124,00 Euro ein, nachdem sie zunächst auf mehr als 129 Euro geklettert waren. Der MDax sank zeitgleich um 0,24 Prozent auf 8.385,24 Punkte. Die Commerzbank zeigte sich von den Quartalszahlen positiv überrascht. Positiv sei zudem, dass Wacker seine eigenen Ziele für das Gesamtjahr deutlich erhöht habe. Auch das Bankhaus Merck Finck & Co sprach von starken Ergebnissen und hob den erhöhten Ausblick hervor.


Chemie- und Halbleitergeschäft stark
Das EBITDA der drei Chemiebereiche erhöhte sich um 43 Prozent. Die Halbleitersparte Siltronic habe im zweiten Quartal den positiven EBITDA-Beitrag stabilisiert und weiter ausgebaut. Polysilicon habe dank höherer Absatzmengen und einer hervorragenden Technologie- und Kostenposition seine Ertragskraft weiter ausgebaut. Der Zweig profitierte von zusätzlichen Absatzmengen aus der neuen Ausbaustufe Poly 8. Der Photovoltaik-Markt habe sich weiter sehr erfreulich entwickelt. Auch der Halbleitermarkt sei zuletzt schneller als erwartet gewachsen.


Zuversichtlicher Ausblick
Für den Rest des Jahres geht der Konzern von einer anhaltenden Wachstumsdynamik auf den internationalen Märkten aus. Alle Geschäftsbereiche rechneten bis zum Jahresende mit einer anhaltend hohen Kundennachfrage und Absatzentwicklung, hiess es. Steigende Auftragsbestände und vielversprechende Vertragsverhandlungen mit Kunden im Berichtszeitraum stützten diese Annahme. Dadurch dürften die Produktionskapazitäten an den Standorten voraussichtlich weiter auf hohem Niveau ausgelastet sein. Dies dürfte sich günstig auf die Marge auswirken. (awp/mc/ss/23)

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