Blatten VS – Nach dem Bergsturz in Blatten VS sind rund 150’000 Liter Heizöl und Treibstoffe unter den Schuttmassen begraben. Das zeigt ein Bericht der Walliser Dienststelle für Umwelt.
Der Bericht liegt der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor. Zuvor hatte SRF über die Ergebnisse berichtet.
Um das Schadstoffpotenzial abzuschätzen, wurde Ende 2025 eine Umfrage bei den Betroffenen durchgeführt. Die Auswertung von 220 Formularen, die rund 80 Prozent der Haushalte abdeckten, diente als Grundlage für den Bericht.
Die Untersuchung ergab, dass mit den Gebäuden und Fahrzeugen rund 150’000 Liter Heizöl und Treibstoffe verschüttet wurden. Diese Mineralölkohlenwasserstoffe stellen die problematischste Schadstoffgruppe dar. Andere Stoffe wie Motoröl, Batterien oder Pestizide seien in vergleichsweise geringen Mengen vorhanden.
Gefahr für Grund- und Oberflächenwasser
Das freigesetzte Öl stellt eine hohe Gefährdung für den neu entstandenen See, die Lonza und das Grundwasser dar. Bereits im Sommer 2025 waren auf dem See immer wieder Ölflecken sichtbar. Wasserproben wiesen in der Folge Spuren von Kohlenwasserstoffen nach. Eine akute Gefährdung für das Trinkwasser besteht laut Bericht nicht, da aus dem betroffenen Grundwasserleiter kein Trinkwasser gewonnen wird.
Eine vollständige Bergung der verschütteten Tanks und Fahrzeuge ist aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit, der Gefahren im Gebiet und der grossflächig verteilten Schadstoffe nicht verhältnismässig. Klassische Sanierungsmassnahmen sind nur sehr eingeschränkt umsetzbar.
Überwachung wird ausgebaut
Die Autoren des Berichts empfehlen daher ein Bündel von Massnahmen zur Risikominimierung. Dazu gehören die Bergung von gut erreichbaren Tanks, der Einsatz von Ölsperren auf dem See und das Absaugen von austretendem Öl.
Zentral ist die Fortführung und der Ausbau der Überwachung von Grund- und Oberflächenwasser. Dafür sollen unter anderem bei Wiler VS zwei zusätzliche Piezometer zur Grundwasserbeobachtung erstellt werden. Für künftige Bauvorhaben wird die Einrichtung eines «Prüfperimeters» empfohlen, innerhalb dessen bei Bauarbeiten mit Schadstoffen gerechnet werden muss. (awp/mc/ps)
