Neuenburg – Die Schweizer Hotellerie hat 2025 einen Rekord bei den Übernachtungen erzielt. Auch im neuen Jahr dürfte der positive Trend anhalten.
Gemäss einer ersten Schätzung stiegen die Logiernächte im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,9 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Besonders deutlich fiel die Zunahme bei den ausländischen Gästen aus, deren Übernachtungen um 7,4 Prozent zulegten. Aber auch die inländische Nachfrage entwickelte sich mit einem Plus von 4,3 Prozent positiv.
Hochgerechnet auf das Gesamtjahr ergibt sich mit 43,7 Millionen Übernachtungen ein neuer Höchststand. Insgesamt wurden noch einmal fast 1 Million Hotelübernachtungen mehr gezählt als 2024. Die definitiven Zahlen werden erst am 25. Februar veröffentlicht.
Prognosen zuversichtlich
Das positive Momentum im Schweizer Tourismus dürfte im laufenden Jahr anhalten. Gemäss den jüngsten Einschätzungen von BAK Economics und der KOF wird für die Wintersaison 2025/26 (November bis April) erneut ein leichtes Wachstum bei den Übernachtungen erwartet. Das starke Abschneiden im Monat Dezember liefert dafür bereits eine solide Ausgangslage.
Auch für die Sommersaison 2026 sind die Vorzeichen laut den Konjunkturexperten günstig. Nachdem die Schweizer Hotels im Sommer 2025 (Mai bis Oktober) erstmals mehr als 25 Millionen Logiernächte verzeichnet haben, dürfte diese Marke den Prognosen zufolge in der kommenden Saison erneut übertroffen werden.
Vorbehaltlich grösserer geopolitischer Verwerfungen dürfte somit 2026 ein weiteres Rekordjahr werden. Insgesamt rechnen die Experten aber lediglich noch mit einem moderaten Wachstum und einer Stabilisierung auf hohem Niveau.
Fokus auf Luxussegment
Der strategische Fokus verschiebt sich dabei zunehmend von der reinen Mengenentwicklung hin zur Wertschöpfung. Der Branchenverband Schweiz Tourismus positioniert das Luxussegment seit 2025 als eigenständigen strategischen Markt. Ziel ist es, die Schweiz – unabhängig von den Herkunftsregionen der Gäste – international noch klarer als Premiummarke zu verankern.
Luxusgäste erweisen sich laut dem Verband als entscheidender Werttreiber: Obwohl sie lediglich rund acht Prozent der Übernachtungen ausmachen, generieren sie schätzungsweise rund ein Viertel des gesamten Tourismuserlöses, heisst es. Nicht zuletzt gilt der Luxustourismus auch als vergleichsweise krisenresistent und weniger volatil als der Massentourismus. (awp/mc/pg)
