ABB trennt sich endgültig von Hitachi Energy – Rückstellungen für Rechtsfall in Südafrika

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(Bild: ABB)

Zürich – Der Industriekonzern ABB hat auch seine letzte Beteiligung an der früheren Stromnetzsparte veräussert. Die restliche Beteiligung von 19,9 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen Hitachi Energy ist an den japanischen Partner gegangen.

Hitachi habe eine Ende 2018 vereinbarte Kaufoption ausgeübt, teilte ABB am Freitag mit. Für den restlichen Teil des Joint Ventures kassiert ABB 1,68 Milliarden US-Dollar. Der Mittelzufluss für ABB liege bei rund 1,43 Milliarden. Die Transaktion soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Der Konzern erwarte «keine wesentlichen Gewinne oder Verluste» aus dem Verkauf, hiess es weiter. Die Vereinbarung sei früher als erwartet und «zu günstigen Konditionen» zustande gekommen.

Gleichzeitig verschaffe man sich zusätzliche Flexibilität mit Blick auf die Kapitalallokation, erklärte ABB. Damit meinen Unternehmen oft mögliche Übernahmen, den Rückkauf eigener Aktien oder die Höhe der Dividende.

Rückstellungen für Rechtsfall in Südafrika
Gleichzeitig gab ABB bekannt, dass man für das im Jahr 2015 in Südafrika vergebene «Kusile-Projekt» 325 Mio Dollar zurückstellt. Das werde sich im dritten Quartal 2022 im Ergebnis niederschlagen, teilte ABB am Freitag mit. Und in den Folgequartalen würden entsprechende Auswirkungen auf den Cashflow erwartet. Immerhin: ABB erwartet keine zusätzlichen Rückstellungen. Hintergrund dieser Annahme sind Gespräche mit den zuständigen Behörden in Südafrika über «die noch offenen Angelegenheiten», erklärte der Konzern. ABB arbeite vollumfänglich mit den Behörden zusammen und hoffe auf eine endgültige Einigung in naher Zukunft.

Bestechungsgelder bei Kraftwerksbau
Letzten Sommer hatten die südafrikanischen Justizbehörden zwei frühere Angestellte des ABB-Konzerns und ihre Ehefrauen festgenommen. Sie wurden der Korruption, des Betrugs und der Geldwäscherei angeklagt.

Bei dem Fall geht es um den Bau des Kohlekraftwerks Kusile durch die Elektrizitätsgesellschaft Eskom, bei welchem ABB ein Auftragnehmer war. Die vier Angeklagten sollen die Eskom durch die Annahme von Bestechungsgeldern über 8,6 Millionen Rand (rund 490’000 Franken) geschädigt haben. Sie hätten einen überteuerten Unterauftrag an ein Unternehmen vergeben, das dazu nicht qualifiziert war, so die Staatsanwaltschaft.

Ende 2020 hatte ABB eine Einigung mit der Eskom erzielt. Der Konzern zahlte damals rund 104 Millionen Dollar an Eskom, wobei sich alle Parteien gegenseitig von sämtlichen Ansprüchen im Zusammenhang mit dem Vertrag freistellten. (awp/mc/pg)

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