Bern – Die Arbeitszeiten von Ärztinnen und Ärzten in Schweizer Spitälern sind leicht gesunken. Dennoch bleiben Erschöpfung und Risiken für die Sicherheit von Patientinnen und Patienten auf hohem Niveau.
Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit sank hochgerechnet auf ein Vollzeitpensum auf 54,6 Stunden. Im Jahr 2022 waren es noch 56,3 Stunden gewesen, wie der Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO) am Montag mitteilte. Für die Erhebung hatte das Umfrageinstitut Demoscope 2400 Ärztinnen und Ärzte befragt.
Auch bei den Arbeitsrechtsverletzungen gibt es einen Rückgang: Verstösse gegen das Arbeitsgesetz betrafen noch 58 Prozent der Befragten, verglichen mit 68 Prozent bei der vorherigen Umfrage.
Sicherheit der Patienten gefährdet
Trotz dieser positiven Tendenz bei den Arbeitsstunden bleibt das Erschöpfungslevel kritisch. Wie bereits bei der letzten Befragung im Jahr 2022 gab jede zweite befragte Person (52 Prozent) an, mindestens ab und zu zu denken «Ich kann nicht mehr».
Die Überlastung gefährdet zudem weiterhin die Patientensicherheit. Rund 60 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte erlebten in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal, dass Patientinnen oder Patienten aufgrund von beruflich bedingter Übermüdung gefährdet wurden. (awp/mc/ps)
