Autoneum erfährt deutliche Geschäftsbelebung im zweiten Semester

Automatische Produktion von Hitzeschildern im Autoneum-Werk Sevelen. (Foto Autoneum)

Winterthur – Für Autoneum hat sich das Geschäftsumfeld nach einem sehr schwachen ersten Semester deutlich aufgehellt. Der Automobilzulieferer rechnet nun gar mit einem positiven operativen Ergebnis.

Die globale Automobilproduktion habe sich seit dem Sommer schneller erholt als erwartet, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Entsprechend rechnet das Management nun beim Umsatz im zweiten Semester in Lokalwährungen mit einem Rückgang von «nur» 5 Prozent und von minus 20 Prozent für das gesamte Jahr.

Im ersten Halbjahr 2020 war Autoneum das Geschäft regelrecht weggebrochen. Der Umsatz sackte um 37 Prozent auf 730,6 Millionen Franken ab, in Lokalwährungen um 33 Prozent. Schuld am Absturz war die Talfahrt der Autoindustrie, welche durch die Coronakrise noch beschleunigt wurde.

Nun ist Autoneum also wieder etwas zuversichtlicher. Einen Vorbehalt machen die Winterthurer allerdings: Die Prognosen haben für den Fall Gültigkeit, dass die im Sommer eingesetzte positive Entwicklung auch den Rest des Jahres anhält.

Positiver Betriebsgewinn
Auch unter dem Strich macht Autoneum jetzt einen besseren Schnitt. Die EBIT-Marge wird im zweiten Halbjahr in einer Spanne von 4 bis 5 Prozent erwartet und für das Gesamtjahr wird eine leicht positive Marge prognostiziert. Im ersten Semester hatte Autoneum noch einen Betriebsverlust 31,8 Millionen Franken ausgewiesen.

Bei der Profitabilität nennt Autoneum die im Zuge der Covid-19-Krise eingeleiteten Kostensenkungsmassnahmen und die planmässigen Fortschritte beim Turnaround in Nordamerika als Faktoren. Der Free Cashflow werde ferner im höheren zweistelligen Millionenbereich liegen. Das werde eine leichte Reduktion der Verschuldung ermöglichen.

Prognosen liessen erwarten, dass die globale Fahrzeugproduktion im kommenden Jahr das Niveau von 2019 nicht erreichen werde, hiess es mit Blick auf das kommende Jahr. Auch die Aussichten für 2021 seien stark von der Pandemieentwicklung abhängig.

An der Börse werden die Autoneum-Valoren um 3,5 Prozent nach oben bezahlt. Einige Experten hatten damit gerechnet, dass Autoneum erst im kommenden Jahr profitabel sein werde. (awp/mc/ps)

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