Autoneum steigert Umsatz in schrumpfendem Markt

Matthias Holzammer, CEO Autoneum. (Foto: Autoneum)

Winterthur – Der Autozulieferer Autoneum ist 2019 trotz der Schwierigkeiten in Nordamerika gewachsen. Dies gelang in einem schrumpfenden Markt. Neue Angaben zur Profitabilität und zum Turnaround-Programm wurden keine gemacht.

Die Verkäufe nahmen im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent auf 2,30 Milliarden Franken zu, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die meisten Analysten hatten im Vorfeld mit einem leicht rückläufigen Umsatz gerechnet und im Schnitt (AWP-Konsens) einen Wert von 2,27 Milliarden vorhergesagt.

Organisch erhöhte sich der Umsatz laut den Angaben um 2,5 Prozent. Dieses Wachstum sei in einem rückläufigen Markt erzielt worden, betonte Autoneum. So sei die weltweite Autoproduktion im vergangenen Jahr um knapp 6 Prozent geschrumpft.

Somit seien zum zweiten Mal in Folge weltweit weniger Fahrzeuge als im Vorjahr produziert worden. Diesem Negativtrend habe sich Autoneum dank zahlreicher Neuanläufe und dank eines vorteilhaften Portfolios entziehen können, heisst es in der Mitteilung.

Nordamerika legt zu
Die Konzernregionen entwickelten sich aber unterschiedlich. In Europa schrumpfte der Umsatz (organisch) um 5,6 Prozent. Hier konnte sich Autoneum dem Markttrend nicht entziehen.

In Nordamerika hingegen nahm der Absatz – trotz der dortigen Profitabilitätsprobleme – um 7,2 Prozent zu und löste Europa wieder als umsatzstärkste Region ab. Der Hauptgrund für diese positive Entwicklung seien diverse Neuanläufe deutscher und japanischer Fahrzeughersteller gewesen.

Die beiden kleinen «Konzernregionen» Asien (+8,1%) und «Samea» (Südamerika, Nahost, Afrika; +32,7%), die zusammen nur gut ein Sechstel zum Umsatz beisteuern, zeigten ebenfalls Wachstum. In der Region «Samea» seien dafür volumenstarke Exportprogramme in der Türkei und in Südafrika sowie deutlich höhere Produktionsvolumen in Brasilien ausschlaggebend gewesen.

Stellenabbau in Winterthur
Zur Profitabilität machte das Unternehmen keine neuen Angaben. Im Dezember hatte das neue Management um CEO Matthias Holzammer und CFO Bernhard Wiehl einen Nettoverlust im «hohen zweistelligen Millionenbereich» angekündigt. Die Probleme in Nordamerika seien grösser als gedacht und beschränkten sich entgegen früherer Angaben nicht bloss auf zwei Werke, hatte es damals geheissen. Die Gewinnzahlen sollen am 4. März veröffentlicht werden.

Dann wird es laut einer Firmensprecherin auch Neuigkeiten zum angekündigten Turnaround-Programm geben. Aktuell sei es dafür zu früh.

Erste Spuren hat das Programm aber bereits am Hauptsitz in Winterthur hinterlassen. Der Personalbestand sank dort laut der Sprecherin auf 200 von 215 Vollzeitstellen. Dabei sei es zum Teil auch zu Kündigungen gekommen. (awp/mc/ps)

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