Bachem übertrifft im ersten Halbjahr 2026 die Erwartungen

Anne-Kathrin Stoller

Anne-Kathrin Stoller, CEO Bachem. (Foto: zvg)

Bubendorf – Das Biochemie-Unternehmen Bachem hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr umgesetzt und verdient, als Analysten erwartet hatten. Richtig Gas geben will der Hersteller von Pharmawirkstoffen in der zweiten Jahreshälfte, wenn die neuen Produktionsanlagen voll in Betrieb sind.

Der Umsatz stieg von Januar bis Juni 2026 um 4,3 Prozent auf 326,4 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Währungseffekte kosteten 3 Prozentpunkte – in lokalen Währungen wären die Verkäufe um 7,3 Prozent in die Höhe geklettert.

Damit sind die Bubendorfer wie erwartet eher langsam in das Jahr gestartet, soll doch der Umsatz in 2026 um insgesamt 35 bis 40 Prozent in die Höhe schiessen. Bis dato hatte das Unternehmen gar ein Plus von 35 bis 45 Prozent in Aussicht gestellt.

Ausbau entscheidender Faktor
Das entscheidende Element für das erwartete Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr ist das neue «Gebäude K» von Bachem am Standort Bubendorf, das im April eingeweiht wurde. Dort stellt Bachem Peptide her, die für die boomenden «Schlankmacher»-Spritzen gebraucht werden. Die Anlage wird laufend ausgebaut.

«Mit der fortschreitenden Inbetriebnahme dieser bislang grössten Anlage zur Herstellung hoher Volumina und weiteren operativen Verbesserungen erwarten wir eine deutlich positive Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte», erklärte denn auch Firmenchefin Anne-Kathrin Stoller in dem Communiqué.

Anlaufkosten belasten
Wie ebenfalls erwartet, haben die Anlaufkosten für Gebäude K die Profitabilität von Bachem im ersten Semester noch beeinflusst. Denn die Kosten für die Produktion in den neuen Anlagen und die neuen Angestellten fallen bereits heute an.

Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA sank in der Folge um 9 Prozent auf 82,8 Millionen Franken. Die entsprechende Marge ging um 3,7 Prozentpunkte auf 25,4 Prozent zurück. Der Reingewinn am Ende der Erfolgsrechnung nahm hingegen leicht auf 50,3 Millionen zu.

Mit diesem Zahlenset hat Bachem die Schätzungen der Analysten weiter hinter sich gelassen. Dabei lag der Reingewinn sogar über der oberen Bandbreite der Schätzungen.

Bachem hat in der Berichtsperiode weiter stark in die Anlagen investiert. In der Periode wurden insgesamt 148,4 Millionen Franken über alle Standorte hinweg investiert. Im gesamten Jahr sollen es gar 350 bis 400 Millionen sein.

Wenn die neuen Anlagen in Bubendorf dereinst unter Volllast laufen, wird das nicht nur den Umsatz von Bachem in die Höhe treiben, sondern auch die Profitabilität. 2026 soll die EBITDA-Marge in Lokalwährungen im tiefen Dreissigerbereich liegen, wurden frühere Angaben bestätigt.

Zudem hat Bachem Boris Corpataux per 1. August 2026 zum Chief Commercial Officer ernannt. Dieser wird damit auch Mitglied des Corporate Executive Committee. (awp/mc/ps)

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