BAKBASEL erhöht BIP-Prognose 2014 um 0,1 auf 2,3%

Konjunktur

(SP-PIC - Fotolia.com)

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Basel – Das Forschungsinstitut BAKBASEL sieht sich auf der Basis der jüngst veröffentlichten Konjunkturindikatoren in seiner Wachstumsprognose bestätigt. So wird für die Schweizer Wirtschaft in den Jahren 2014 und 2015 ein anhaltend robustes und zunehmend breiter abgestütztes Wachstum in Aussicht gestellt. Die Zinspolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bleibe im Prognosezeitraum sehr expansiv ausgerichtet, teilt die BAKBASEL am Dienstag mit. Mit einem ersten Zinsschritt sei nicht vor dem zweiten Halbjahr 2015 zu rechnen.

Den Prognosen für die Schweiz zugrunde legen die Basler Ökonomen einen «zaghaften Erholungskurs» der Weltwirtschaft. Das globale Bruttosozialprodukt auf der Basis von USD-Devisenkursen dürfte so 2014 um 2,8% wachsen und 2015 um 3,2% zunehmen, nach +2,1% im laufenden Jahr. Dabei werden für die Eurozone Zuwachsraten von 0,9% in 2014 und von 1,4% in 2015 (nach -0,4% in 2013) unterlegt. Für die USA wird ein Wachstum von gegen 3% in den Jahren 2014 und 2015 prognostiziert.

Vor diesem Hintergrund hebt die BAKBASEL die Wachstumsprognose für die hiesige Wirtschaft gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) im kommenden Jahr leicht um 0,1 Prozentpunkte auf +2,3% an. Die BIP-Erwartungen für 2015 werden unverändert bei +2,5% belassen.

Trendwende für die Exportwirtschaft
Die erwarteten globalen Entwicklungen würden insbesondere der Schweizer Exportwirtschaft zu neuen Impulsen verhelfen. Für den Güteraussenhandel zeige sich im Jahr 2014 ein Nachfragewachstum von 4,6% an, das sich 2015 auf rund 6% beschleunige (2013: +2,4%). Hiervon profitierten nicht zuletzt auch die in den letzten Jahren stark redimensionierten Tourismusexporte.

Neben der weltweiten Nachfrage dürfte auch die für 2014 und 2015 erwartete leichte Entlastung an der Wechselkursfront die Aussenwirtschaft stützen. Im historischen Vergleich bleibe der reale Aussenwert des Schweizer Franken aber hoch. Im Jahresdurchschnitt prognostizieren die BAK-Ökonomen einen CHF/EUR-Wechselkurs von 1,25 bzw. 1,27 für die Jahre 2014 und 2015 (2013: 1,23).

Ausrüstungsinvestitionen als neuer Wachstumstreiber
Die Ausrüstungsinvestitionen waren laut BAKBASEL im dritten Quartal einer der wenigen verwendungsseitigen Komponenten, die noch nicht zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beitragen konnten. Im Zuge der erwarteten aussenwirtschaftlichen Nachfrageimpulse bei anhaltend robuster Binnenkonjunktur werde die Investitionsbereitschaft der Unternehmen deutlich zunehmen.

Für 2014/2015 wird in diesem Bereich ein Wachstum von 4,6%/6,5% prognostiziert (2013: +0,3%). Dies komme auch dem Arbeitsmarkt zugute. Bei der Erwerbstätigkeit rechnet das Prognoseinstitut in den Jahren 2014 und 2015 mit Zuwächsen von 1,1 bzw. 1,3% (2013: +1,0%). Da auch das Arbeitsangebot weiterhin kräftig zunehme, falle die Arbeitslosenquote bis Ende 2015 jedoch nur leicht auf rund 3% (saisonbereinigt, Stand Oktober 2013: 3,2%).

Privater Konsum bleibt Stütze
Trotz einer etwas langsameren Gangart bleibt gemäss den Prognosen der private Konsum eine massgebliche Stütze der Wirtschaft. Dass 2014 das hohe Wachstumstempo des Jahres 2013 (+2,2%) mit +1,9% trotz der insgesamt besseren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht mehr ganz erreicht werde, sei auch statistischen Sondereffekten anzulasten.

Die sich verbessernde Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation würden jedoch schon bald für neuen Rückenwind sorgen, so dass bei den privaten Konsumausgaben für 2015 ein wieder beschleunigtes Wachstum von 2,1% zu erwarten sei.

Bau verliert an Dynamik
Demgegenüber müsse bei den Bauinvestitionen bis zum Jahr 2015 mit einer deutlichen Wachstumsverlangsamung gerechnet werden – auf +1,2% in 2014 bzw. +0,3% in 2015, nach +2,7% in 2013. Nicht zuletzt schlügen dann die Effekte der Zweitwohnungsinitiative verstärkt durch.

Auch der öffentliche Konsum werde im Zuge der zunehmenden Sparbemühungen nicht mehr so kräftig expandieren wie in den letzten Jahren. So wird mit Zuwachsraten von +0,8% bzw. +0,9% für die Jahre 2014 und 2015 gerechnet, nach +2,1% im laufenden Jahr.

Zinsen und Teuerung bleiben niedrig
Trotz des erfreulichen Konjunkturausblicks bleibe die traditionelle Zinspolitik der SNB im Prognosezeitraum sehr expansiv ausgerichtet. Mit einem ersten Zinsschritt ist nach Einschätzung von BAKBASEL nicht vor dem zweiten Halbjahr 2015 zu rechnen. Hierbei sei insbesondere das internationale Zinsumfeld zu bedenken, dass die Handlungsoptionen der SNB limitiere. Die 3-Monats-Euro-Franken-Zinsen werden im Jahresdurchschnitt 2014/2015 bei 0,05%/0,20% gesehen (2013: 0,03%) und die Renditen der eidgenössischen Obligationen werden auf 1,34%/1,75% (0,95%) prognostiziert.

Der allgemeine Inflationsdruck bleibe im Prognosezeitraum gering. Nach einem Rückgang um 0,3% dürften die Konsumentenpreise 2014 und 2015 um 0,3% bzw. 1,1% steigen, heisst es weiter. (awp/mc/pg)

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