Barry Callebaut lanciert neue Schokoladentechnologie

Die neue Technologie «Flavourcode» von Barry Callebaut basiert auf einem neuartigen Verfahren zur Fermentation von Kakaobohnen. (Bild: Barry Callebaut)

Zürich – Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat eine neue Technologie zur Entwicklung unterschiedlicher Schokoladenaromen vorgestellt. Mit der unter dem Namen «Flavourcode» entwickelten Methode sollen sich natürliche Geschmacksrichtungen gezielt erzeugen und in gleichbleibender Qualität herstellen lassen.

Die Technologie basiert auf einem neuartigen Verfahren zur Fermentation von Kakaobohnen, wie Barry Callebaut am Mittwoch mitteilte. Damit liessen sich bislang ungenutzte Aromen aus den Bohnen gewinnen, ohne zusätzliche Aromastoffe einzusetzen. Gleichzeitig könnten bestimmte Geschmacksprofile unabhängig von Herkunft, Ernte oder Saison der Kakaobohnen in gleichbleibender Qualität hergestellt werden.

Das erste Produkt mit dem Namen «Flavourcode 01» richtet sich an Chocolatiers, Konditoren und andere Fachleute. Es weist laut Unternehmen unter anderem Geschmacksnoten von Passionsfrucht, Ananas, Mango und Banane auf. Eingesetzt werden kann die Schokolade beispielsweise für Pralinen, Gebäck, Glace und Desserts.

Ab November 2026 soll die neue Schokolade zunächst in Europa erhältlich sein. Eine weltweite Einführung ist zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen. Zudem sind weitere Geschmacksvarianten geplant.

Potenzial im Industriegeschäft
Die Innovation ist Teil des Strategieprogramms «Focus for Growth», mit dem Barry Callebaut verstärkt auf höherwertige Produkte und massgeschneiderte Lösungen für seine Kunden setzen will.

Konzernchef Hein Schumacher sieht erhebliches Potenzial, die Technologie zu einer breiteren Innovationsplattform für das Geschäft mit Chocolatiers und industriellen Lebensmittelherstellern auszubauen. «Flavourcode 01 ist erst der Anfang», wird Schumacher in der Mitteilung zitiert.

Angaben zum erwarteten Umsatz- oder Gewinnbeitrag machte das Unternehmen allerdings nicht. Auch zum möglichen Absatzvolumen oder zu den Entwicklungskosten wurden keine Zahlen genannt.

Barry Callebaut will die Technologie künftig auch für industrielle Lebensmittelhersteller nutzbar machen. Geprüft werden unter anderem Anwendungen für dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von 54 oder 70 Prozent sowie für Milchschokolade. Ziel ist es, die neuen Geschmacksprofile auch bei der Herstellung grosser Mengen zuverlässig reproduzieren zu können. (awp/mc/ps)

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