Baselworld im Zeichen des Umbruchs in der Uhrenbranche

(Foto: Baselworld)

Basel – Der Umbruch in der Uhren- und Schmuckbranche spiegelt sich auch in deren weltgrösster Messe, der Baselworld. Die 101. Ausgabe öffnet am Donnerstag mit der halbierten Fläche, kürzerer Dauer und tieferen Standpreisen. Dennoch ist die Schau für viele ein Pflichttermin.

Der Konzentrationsprozess in der Uhrenbranche mache grosse Player noch stärker, sagte Baselworld-Messedirektorin Sylvie Ritter am Mittwoch vor den Medien. So konzentriere sich auch die Messe, und zwar auf Qualität, was das Profil schärfe. Die Baselworld versammle die Elite der Branche. Die übliche Medien-Fragerunde entfiel indes.

Bei der diesjährigen Ausgabe der Baselworld, die am Donnerstag feierlich eröffnet wird und bis kommenden Dienstag läuft, nehmen gegen 700 Aussteller teil – und damit nur noch halb so viele wie 2017. Schon damals war die Zahl der Aussteller um rund 200 gesunken. Denn ein strahlender physischer Auftritt ist aufwändig und teuer.

Rückenwind vom Markt
Nach wie vor sind an der Messe in Basel Weltneuheiten zu sehen. Dieses Jahr haben unter anderem fünf der sechs grössten Schweizer Uhrenhersteller solche angekündigt. Unabhängigen Vorreitern, Querdenkern und Künstlern ist unter dem Label «Les Ateliers» zum zweiten Mal ein eigenes Hallenareal gewidmet.

Die Aussteller kommen mit frischem Rückenwind vom Markt nach Basel: Im Februar 2018 haben die Schweizer Uhren-Ausfuhren im Vorjahresvergleich um 12,9 Prozent zugelegt, wie weiter zu erfahren war. Besonders zugelegt hat das mittlere Preissegment, mit einem Exportpreis von 500 bis 3000 Franken für den Zeitmesser.

Für das ganze Jahr gaben sich Branchenverbandsleute optimistisch, aber vorsichtig im Hinblick auf Wachstumsprognosen. Das vergangene Jahr hatte nach zwei Jahren mit starken Einbussen eine Wende markiert; die Schweizer Uhrenexporte hatten 2017 insgesamt um 2,7 Prozent auf fast 20 Milliarden Franken zugelegt.

Direktverkauf wichtiger
Die Basler Uhren- und Schmuckmesse fand erstmals 1917 im Rahmen der Basler Mustermesse statt. Damals waren 29 Schweizer Firmen vertreten. Heute sind es 130, darunter 104 Uhrenmarken und 18 Schmuckfirmen. Um den Bedürfnissen der Branche zu entsprechen, will sich die Baselworld von einem Fachsalon zu einer Marketing- und Kommunikationsplattform wandeln.

Die tiefgreifende Umbauphase in der Uhren- und Schmuckindustrie zeigt sich etwa in einer Konsolidierung in der Produktion und im Vertrieb. Vor allem das Kaufverhalten der jüngeren Generation verändert sich stark. Grosse Marken setzen daher auf Direktverkauf, und teilweise geben sie den klassischen Fachhandel ganz auf. (awp/mc/pg)

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