Benzinpreise vor dem nächsten Sprung

Tankstelle

(Pexels)

Zürich – Die Rohölpreise sind wegen des seit über einer Woche andauernden Kriegs im Iran markant gestiegen. Die Benzinpreise an den Zapfsäulen dürften laut Experten daher ebenfalls weiter zulegen.

Noch vor vier Tagen hatte der TCS den Durchschnittspreis für einen Liter Benzin Bleifrei 95 auf 1,74 Franken beziffert. Zu Wochenbeginn sind solche Preise auf dem Benzinpreis-Radar des TCS kaum mehr zu finden. Bei den dort aufgeführten Angeboten der jeweils günstigsten Tankstellen sind aktuelle Literpreise von zumeist deutlich über 1,80 Franken aufgeführt.

«Die Preise für Treibstoffe und Heizöl dürften in den nächsten Tagen spürbar anziehen», schreibt am Montag der Importverband Avenergy Suisse zur internationalen Marktlage. Der Verkehr durch die Strasse von Hormus sei nach mehreren Angriffen auf Handelsschiffe praktisch zum Erliegen gekommen. Hinzu komme, dass einige Raffinerien ihre Kapazitäten deutlich reduziert hätten.

Diesel deutlich über 2 Franken
Auch beim TCS geht man davon aus, dass die Marke von 2 Franken pro Liter Benzin in den nächsten Tagen weiter in die Nähe rückt. «Gemäss den veröffentlichten Marktpreisen in Rotterdam sind weitere Preiserhöhungen zu erwarten», sagte TCS-Experte Erich Schwizer auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Der TCS macht zwar normalerweise keine Prognosen, aber «basierend auf den Börsenpreisdaten» seien Schätzungen möglich. Konkret geht Schwizer davon aus, dass der Landesdurchschnitt für einen Liter Benzin Bleifrei 95 bis am Freitag auf 1,90 Franken steigt. Für den Liter Diesel dürften dann bereits 2,20 Franken fällig sein.

Um die Hälfte teurer
Entscheidend für die aktuelle Benzinpreisentwicklung ist der Ölpreis. Massgebend ist dabei die Lage in der Strasse von Hormus, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft. Zu Beginn der neuen Woche notieren die Rohölpreise gemessen an der Nordsee-Sorte Brent deutlich über der Marke von 100 US-Dollar pro Fass (159 Liter). Kurz vor Mittag steht der Preis 13 Prozent höher bei 104,50 US-Dollar, im Tageshoch am Morgen wurden gar 119,50 US-Dollar bezahlt (+29%).

Letzteres entspricht gegenüber dem vorletzten Freitag – also dem Tag vor Kriegsbeginn – einem Plus von 70 Prozent, gegenüber Ende 2025 ist es praktisch eine Verdopplung. Damit liegt der Preis auf dem höchsten Stand seit der durch den Ukraine-Krieg hervorgerufenen Energiekrise im Sommer 2022.

Auf Panik machen die Beteiligten aber nicht. Der Verband Avenergy Suisse betont, dass zumindest die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten gegenwärtig «sichergestellt» ist. «Der Markt verfügt international wie national über ausreichend Erdöl und Erdölprodukte.» (awp/mc/pg)

Exit mobile version