Beyond-Gravity-Chefin setzt auf weiteres Wachstum

Barbara Frei-Spreiter, CEO Beyond Gravity. (Foto: Ruag International)

Zürich – Die neue Beyond-Gravity-Chefin Barbara Frei-Spreiter will den Raumfahrtzulieferer nach dem hohen Verlust im vergangenen Jahr zunächst stabilisieren und danach stärker automatisieren. Rückenwind erhalte der Bundesbetrieb vom boomenden Raumfahrtmarkt, der jährlich um rund 5,5 Prozent wachse, sagte Frei-Spreiter in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Dienstag.

Vor allem in Asien und Europa entwickle sich die Nachfrage stärker als noch vor zwei Jahren erwartet, sagte Frei-Spreiter. Haupttreiber sei zweifellos Elon Musks Weltraumfirma SpaceX. «Das Unternehmen hat demonstriert, wie sich die Kosten drastisch senken lassen – sowohl bei Satelliten als auch bei den Trägerraketen. Das hat den Zugang zum All überhaupt erst erschwinglich gemacht.»

Zusätzlich sorgten Sicherheitsbedürfnisse und geopolitische Spannungen für eine steigende Nachfrage nach Satellitentechnik, sagte die 56-jährige Zürcherin. «Das ist eine Lehre aus dem Angriffskrieg gegen die Ukraine: Kiew war plötzlich von der Kommunikation abgeschnitten und damit praktisch blind für russische Luftangriffe.»

Private Investoren möglich
Beyond Gravity will vom Boom profitieren und grössere Stückzahlen produzieren. «Bis 2027 wollen wir einen positiven freien Cashflow erwirtschaften und wieder profitabel werden.» Die selbst erwirtschafteten Mittel würden allerdings nicht ausreichen, um den künftigen Investitionsbedarf für Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung zu decken.

Wie viel zusätzliches Kapital benötigt wird, lässt Frei-Spreiter offen. Die von ihrem Vorgänger genannte Summe von 500 Millionen Franken sei nicht konkret unterlegt gewesen. Potenzielle Investoren und Partner meldeten sich zwar immer wieder, Gespräche darüber seien derzeit aber verfrüht.

Der Bund will Mehrheitsaktionär bleiben, zusätzliches Kapital von Dritten schliesst Frei-Spreiter jedoch nicht aus. Gleichzeitig sieht sie Beyond Gravity stärker als bisher als Partner des Bundes und der Armee. «Wir sind bereit, auf deren Bedürfnisse zu reagieren.»

Dividenden an den Bund haben vorerst keine Priorität. «Aus meiner Sicht sollten wir die Mittel vorrangig für diese Investitionen nutzen – und Dividendenzahlungen erst dann wieder prüfen, wenn der Zeitpunkt dafür opportun ist.» (awp/mc/ps)

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