Bloomberg: Dufry erwägt Zusammenschluss mit italienischer Autogrill

Autogrill

Dufry kann Autogrill übernehmen. (Bild: Autogrill)

Basel – Der Reisedetailhändler Dufry erwägt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg einen Zusammenschluss mit der italienischen Autogrill-Gruppe. Die Autogrill-Gruppe bestätigte am Dienstagabend in einer Medienmitteilung, dass sie sich «verschiedene strategische Optionen» untersuche und Gespräche mit Unternehmen des Sektors führe.

Gemäss dem Bloomberg-Artikel könnte Dufry die mehrheitlich im Besitz der Benetton-Familie stehende Autogrill-Gruppe übernehmen und dabei mit eigenen Aktien bezahlen, wie die US-Nachrichtenagentur unter Berufung auf Insider schrieb. Dufry wollte am Dienstagabend keinen Kommentar zu den Berichten abgeben: Marktstimmen kommentiere man grundsätzlich nicht, erklärte ein Sprecher auf AWP-Anfrage.

Familie Benetton für möglichen Zusammenschluss offen
Die Familie Benetton sei derweil offen für einen möglichen Zusammenschluss von Autogrill mit einem Rivalen, schrieb die Nachrichtenagentur Reuters. Laut Angaben auf der Autogrill-Webseite hält die italienische Unternehmerfamilie einen Anteil von 50,1 Prozent an dem an der Mailänder Börse kotierten Betreiber von Gastronomiebetrieben an Flughafen und Autobahnen.

Die Benetton-Familie würde bei einem solchen Arrangement zum grössten Anteilseigner an der kombinierten Einheit, hiess es in dem Bloomberg-Artikel weiter. Die beiden Unternehmen kämen gemeinsam auf eine Bewertung von rund 6,6 Milliarden Dollar. Allerdings seien die Überlegungen noch in einer frühen Phase – es sei noch keineswegs sicher, ob es zu einer solchen Transaktion kommen werde, hiess es weiter.

Dufry-Aktie legt zu
Der Aktienkurs von Dufry legte am späten Dienstagnachmittag an der Schweizer Börse kurzzeitig deutlich zu und schloss schliesslich noch mit einem Plus von 1,6 Prozent. In Italien wurden die Autogrill-Aktien gleichzeitig nach einem steilen Anstieg zeitweise vom Handel ausgesetzt. Die Papiere schlossen mit einem Kurssprung von 12,3 Prozent.

Bereits im vergangenen Sommer hatte es Gerüchte über ein Interesse von Dufry am italienischen Betreiber von Flughafen- und Autobahnraststätten Autogrill gegeben. Diese waren allerdings damals von beiden Unternehmen dementiert worden. Beide Konzerne waren während der Corona-Pandemie stark von den Lockdown-Bestimmungen betroffen. (awp/mc/pg)

tp/jb

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