Niederweningen – Nach dem Umsatzknick und dem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr hat sich Bucher Industries im Sommer stabilisiert. Auftragseingang und Umsatz schrumpften in den ersten neun Monaten 2026 nur noch leicht. An den Zielen für das Gesamtjahr hält der Industriekonzern fest.
Von Januar bis Ende September fiel der Umsatz um 2,8 Prozent auf 2,10 Milliarden Franken, wie der Hersteller von Landmaschinen, Gemeindefahrzeugen oder Anlagen zur Herstellung von Säften am Dienstag in einem Communiqué bekannt gab. Dabei schlug der starke Franken zu Buche. Währungsbereinigt wäre der Umsatz lediglich um 1,1 Prozent gesunken.
Der Auftragseingang des Konzerns als Grundlage für künftiges Geschäft ging ebenfalls etwas zurück. Die neuen Bestellungen sanken um 1,4 Prozent auf 2,03 Milliarden Franken. Der Auftragsbestand fiel um 1,8 Prozent auf 1,04 Milliarden.
Mit den Zahlen hat Bucher die Erwartungen der Analysten beim Auftragseingang übertroffen und beim Umsatz in etwa erreicht.
Landmaschinensparte unter Druck
Die Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen von Bucher Industries habe sich im Verlauf der ersten neun Monate stabilisiert, schrieb der Konzern weiter. Die Märkte ausserhalb der Landwirtschaft seien insgesamt robust gewesen.
Bei der Landmaschinen-Division Kuhn Group sank der Umsatz um 1,8 Prozent auf 802 Millionen Franken. Die Nachfrage sei verhalten gewesen, hiess es. Die extreme Trockenheit in Europa führte zu tieferen Ernte- und Futtererträgen. Der dadurch bedingte geringe Maschineneinsatz belastete zudem das Ersatzteilgeschäft. Zudem litt die Sparte darunter, dass die gestiegenen Zinsen, sowie die höheren Dünger- und Treibstoffpreise die Einnahmen der Bauern belasteten.
Immerhin hätten die Preise für wichtige Agrarrohstoffe aufgrund global schlechterer Ernten zuletzt angezogen, hiess es. «In den USA war zuletzt eine Verbesserung der Investitionsbereitschaft der Landwirte spürbar», schrieb Bucher. Auch der Auftragseingang der Division blieb um 7,2 Prozent unter der Vorjahresperiode.
Durchzogene Entwicklung
Bei den übrigen Divisionen war die Umsatzentwicklung durchzogen. Bei Emhart Glass stürzte der Umsatz um 20,9 Prozent auf 206 Millionen Franken ab. Grund sei, dass «die Auftragseingänge in den Vorperioden tief waren und neue grössere Projekte fehlten», hiess es. Auch beim Gemeindefahrzeughersteller Bucher Municipal sank der Umsatz um 3,9 Prozent auf 415 Millionen Franken. Dafür legten die Aufträge zu.
Bei Bucher Hydraulics ging dagegen der Aufschwung weiter. Bei Bucher Specials legte der Umsatz leicht zu, während der Auftragseingang sank.
Ausblick bestätigt
An dem im Juli gesenkten Ausblick für das Gesamtjahr 2026 hielt Bucher fest. Der Konzern rechnet insgesamt mit einem leicht tieferen Umsatz auf vergleichbarer Basis. 2025 hatte Bucher einen Umsatz von 2,91 Milliarden Franken erzielt.
Auch die Betriebsgewinnmarge dürfte unter dem Vorjahresniveau (9,7 Prozent) liegen – ohne Gewinn aus einem Grundstücksverkauf von 43 Millionen im Jahre 2025. Bucher Industries führe die Kostensparmassnahmen an den Standorten mit tiefer Auslastung konsequent fort, hiess es. Bucher Industries plant zudem am 1. Juni 2027 einen Investorentag. (awp/mc/ps)
