Bucher überrascht mit hohem Bestellungseingang

Jacques Sanche

Bucher-CEO Jacques Sanche. (Foto: Bucher)

Niederweningen – Der Industriekonzern Bucher hat in den ersten neun Monaten deutlich mehr Aufträge an Land gezogen und auch mehr Umsatz erzielt als im Vorjahr. Die Prognosen der Analysten wurden teilweise markant übertroffen, was an der Börse für eine positive Kursreaktion sorgt. Für den Rest des Jahres zeigt sich das Management zuversichtlich.

Bucher gelang am Donnerstag eine satte Überraschung. Der Bestellungseingang nahm um knapp 21% auf 2,04 Mrd CHF zu und der Umsatz um 7,7% auf 1,94 Mrd CHF. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt (AWP-Konsens) nur mit Zunahmen von nur knapp 14% respektive 6,5% gerechnet.

Die Reaktion an der Börse erfolgte prompt: Die Bucher-Aktien zählten zu den grössten Gewinnern an der Schweizer Börse. Am frühen Nachmittag (13.30 Uhr) notieren sie 5,0% höher, nachdem sie am Vormittag bei fast 393 CHF ein Allzeithoch markiert hatten. Die Kursgewinne seit Anfang Jahr summieren sich inzwischen auf rund 50%.

Belebter Landwirtschaftsmarkt
In den ersten neun Monaten hätten sich die Märkte belebt, hiess es zur Begründung. Dies galt insbesondere für die Landwirtschaft, für welche die grösste Bucher-Sparte Kuhn Group Maschinen herstellt. Das Segment erhielt 26% mehr Bestellungen und erzielte einen 9,7% höheren Umsatz.

Das Unternehmen verwies auf höhere Milch- und Fleischpreise, welche die Investitionsfreude der Landwirte erhöhten. Im Ackerbau seien hingegen die Getreidepreise tief geblieben. Regional trübten nur Frankreich, wo die Bauern die Nachwehen der schlechten Ernte 2016 spürten, sowie teilweise Nordamerika das positive Gesamtbild.

Firmenchef Jacques Sanche gab sich auf Anfrage verhalten optimistisch für das Frankreich-Geschäft der Kuhn Group. «Es wird sich erholen, jedoch eher im nächsten Jahr», meinte er. Frankreich macht knapp einen Fünftel des Segmentumsatzes aus.

Klares Plus bei Municipal
Die Sparte Municipal, die Kommunalfahrzeuge herstellt, verzeichnete beim Auftragseingang sogar ein Plus von 31%, beim Umsatz von 6,5%. Die Zunahme sei insbesondere vom Kehr- und Müllfahrzeuggeschäft getragen gewesen, hiess es. «Wir leben hier nicht mehr von Grossaufträgen, sie sind breit verteilt», meinte Sanche.

Die Division sei nun nach der erfolgten Konzentration der Kehrfahrzeugproduktion zudem wieder gut aufgestellt und fähig, den höheren Auftragseingang abzuarbeiten, fügte er an. Konkret wurde die Konzentration in Grossbritannien und Lettland grösstenteils vollzogen.

Im Segment Hydraulics (Bestellungen: +18%; Umsatz: +12%) hätten alle Applikationen und Regionen zur guten Entwicklung beigetragen. Bei Emhart Glass (+19%; +2,2%) habe die «erfreuliche Entwicklung» des Markts für Glasformungsmaschinen angehalten. Auch habe sich der chinesische Markt langsam erholt, wenn auch auf tiefem Niveau.

Nur die kleine Sparte Specials, in der verschiedene Geschäfte angesiedelt sind, erhielt in der Berichtsperiode weniger Aufträge (-6,9%), verbuchte allerdings einen leicht höheren Umsatz (+1,7%). Insbesondere habe die Nachfrage nach Weinproduktionsanlagen in Frankreich unter dem schlechten Wetter gelitten. Der Frost habe viele Rebstöcke zerstört, so Sanche.

Ausblick bestätigt
Für das Gesamtjahr 2017 wurden die Ziele bestätigt. Das Management erwartet weiterhin eine Umsatzsteigerung und eine Verbesserung der Betriebsgewinnmarge.

Zum Wachstum sollen alle fünf Divisionen beitragen. CEO Sanche wollte jedoch keine Präzisierung zur Umsatzguidance abgeben. «Es steht aber ausser Frage, dass wir wachsen werden», meinte er nur. Er sehe auch keine Abschwächung des bisherigen Wachstumstrends.

Bei der Betriebsgewinnmarge dürften sich laut dem Management drei der fünf Sparten verbessern. Bei Emhart Glass zeichne sich hingegen wegen zusätzlicher Massnahmen beim chinesischen Joint Venture eine tiefere Betriebsgewinnmarge ab. Auch für Specials wurde eine «leicht tiefere Betriebsgewinnmarge» in Aussicht gestellt. (awp/mc/pg)

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