Bern – Schweizer Bauern können Mais zu Futterzwecken ab Mitte August zollfrei importieren. Der Bund will mit dieser neuen Massnahme die von der anhaltenden Trockenheit gebeutelte Landwirtschaft unterstützen.
Die Importerleichterungen für sogenannten Silomais erfolgten aufgrund der ausgeprägten Trockenheit der vergangenen Wochen in verschiedenen Regionen der Schweiz, schrieb das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) in einer Mitteilung vom Freitag. Die hohen Temperaturen und die raren Niederschlagsmengen hätten zu tieferen Futtererträgen geführt.
Deshalb kann Mais zu Futterzwecken, frisch oder siliert, vom 15. August bis 31. Oktober mit einem Trockensubstanzgehalt bis sechzig Prozent vorübergehend kostenlos in die Schweiz eingeführt werden, wie der Bund mitteilte. Tierhaltungsbetrieben werde damit ermöglicht, angemessene Reserven für die Winterfütterung anzulegen.
Per Anfang August waren bereits die Zölle für Heuimporte aufgehoben worden. Weiter erhalten die Betriebe die vollen Direktzahlungen – selbst bei nicht vollständiger Erfüllung von Vorgaben. Schliesslich können Betriebe, die wegen der Trockenheit in Liquiditätsschwierigkeiten geraten, zur Überbrückung zinsfreie Betriebsdarlehen beantragen. (awp/mc/pg)
Beantragt hatte die Massnahmen der Schweizer Bauernverband (SBV). Dessen Präsident Markus Ritter hatte Mitte Woche lobende Worte für den Bundesrat gefunden: Dieser habe «richtig entschieden». Die Futtermittelpreise seien enorm angestiegen – auch im Ausland. Wegen der Trockenheit sei das Problem im Moment eher die Verfügbarkeit – und zwar nicht nur in der Schweiz.
