Burkhalter setzt im Halbjahr mehr um

Marco Syfrig

Marco Syfrig, CEO Burkhalter Gruppe. (Foto: Burkhalter)

Zürich – Der Elektroinstallateur Burkhalter hat im ersten Semester 2017 etwas mehr Umsatz erzielt. Wegen der praktisch abgeschlossenen Arbeiten am Gotthard-Basistunnel und dem damit verbundenen Rückgang des Ergebnisbeitrags aus dem Joint Venture mit Alpiq liegen die Gewinnzahlen aber unter dem Vorjahr. Entsprechend prognostiziert das Unternehmen auch für das Gesamtjahr einen rückläufigen Gewinn je Aktie.

Der Umsatz erhöhte sich um 1,3% auf 247,6 Mio CHF, dies vor allem wegen der im Januar erfolgten Akquisition der Bieri Elektrotechnik AG. Diese ist seit dem Börsengang im Juni 2008 die 19. Akquisition von Burkhalter.

Weniger Ertrag aus Gotthard-Joint-Venture
Der EBIT ging dagegen um 6,3% auf 18,5 Mio zurück und die entsprechende Marge um 60 Basispunkte auf 7,5%. Hierfür macht Burkhalter den geringeren Ertrag aus der Alpiq Burkhalter Technik AG im Zusammenhang mit den beinahe abgeschlossenen Arbeiten im Gotthard-Basistunnel verantwortlich. Ohne den Effekt aus diesem 50%-Joint Venture mit der Alpiq Intec AG, hätte der EBIT um 2,7% zugelegt.

Das Konzernergebnis verminderte sich um 8,3% auf 14,8 Mio CHF, woraus sich ein Gewinn je Aktie von 2,47 CHF ergab (VJ 2,70). Der Ertrag aus dem Joint Venture belief sich dabei auf noch 1,3 Mio CHF, während es im Vorjahr noch 3,0 Mio waren. VR-Präsident Gaudenz Domenig bezeichnete an einer Telefonkonferenz das Ergebnis im ersten Semester als «innerhalb der Erwartungen, aber dennoch erfreulich». Er verwies darauf, dass der Gewinn aus dem herkömmlichen Geschäft unter Ausklammerung des gesunkenen Beitrags aus der Alpiq Burkhalter Technik AG gesteigert worden sei.

Anorganisches Wachstum durch Übernahmen bleibt für das Unternehmen weiterhin ein strategisches Ziel. Man halte laufend Ausschau nach guten Firmen und stehe immer wieder in Verhandlungen, hiess es. Da aber gewinnorientiert vorgegangen werde und Akquisitionen «sehr gezielt und nur zu angemessenen Preisen» getätigt würden, sei nicht vorherzusagen, wann es zum nächsten Kaufabschluss komme. «Derzeit sehen wir nur eine sehr begrenzte Zahl an möglichen Übernahmeobjekten», so der CEO und Delegierte des Verwaltungsrats Marco Syfrig

Noch keine Zeichen einer Abflachung der hiesigen Baukonjunktur
Anzeichen einer Verlangsamung der Baukonjunktur in der Schweiz sieht das Unternehmen noch keine. Zumindest in den Agglomerationen von Zürich, Genf und Bern gebe es viele grosse Projekte, so etwa «The Circle» am Flughafen Zürich, erklärte Syfrig. Allenfalls harze es etwas bei den Neubauprojekten in den Tourismusgebieten, was aber für Burkhalter weniger relevant sei.

Im Ausblick auf das Gesamtjahr 2017 zeigt sich das Unternehmen etwas konkreter als noch im Frühjahr. Wegen des Rückgangs der Erträge aus der Alpiq Burkhalter Technik AG sei davon auszugehen, dass der Gewinn pro Aktie im Geschäftsjahr 2017 gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 sinke, hiess es. Insgesamt sei im zweiten Semester mit einer ähnlichen Entwicklung wie im ersten Halbjahr zu rechnen. Im April lautete die Prognose, es werde nochmals eine leichte Verbesserung im operativen Geschäft erwartet. Ob damit aber der Gewinn pro Aktie weiter gesteigert werden könne, hänge von der Entwicklung der Alpiq Burkhalter Technik AG ab.

Für das allgemeine Geschäft ohne Berücksichtigung des Beitrags aus dem Joint Venture zeigte sich Syfrig indes zuversichtlich, dass der EBIT im zweiten Semester sowohl gegenüber dem ersten als auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht gesteigert werden könne.

An der Börse wurden die Zahlen kritisch aufgenommen: Die Aktie verzeichnete am Montag ein Minus von 4,8%. Für einmal habe Burkhalter Zahlen vorgelegt, welche unter dem Vorjahr als auch unter den Erwartungen gelegen hätten, hiess es in einem Kommentar. Zum ersten Mal seit langer Zeit habe der «Stromer der Nation» dabei einen Rückgang der EBIT-Marge verzeichnet. (awp/mc/ps)

 

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