Bregy-Affäre wirft Schatten auf Burkhalter

Marco Syfrig

Marco Syfrig, CEO Burkhalter Gruppe., tritt Ende 2021 zurück. (Foto: Burkhalter)

Zürich – Die Betrugsaffäre des ehemaligen Poenina-Chefs hat auch Auswirkungen beim Elektroinstallateur Burkhalter. Ob dessen per Ende Jahr abtretender CEO Marco Syfrig, der auch Verwaltungsratspräsident von Poenina ist, im Verwaltungsrat von Burkhalter bleiben darf, ist noch nicht sicher.

Noch im April anlässlich der Präsentation des Geschäftsergebnisses 2020 hatte es geheissen, dass Syfrig dem Burkhalter-Aufsichtsgremium auch nach seinem Rücktritt als Firmenchef erhalten bleiben werde. Aktuell übt er ein Doppelmandat als CEO und Delegierter des Verwaltungsrates aus.

Nun scheint es aber, dass dessen Verbleib im Verwaltungsrat nicht definitiv ist. «Der Verwaltungsrat hat noch keinen Entscheid gefällt», sagte VR-Präsident Gaudenz Domenig an einer Telefonkonferenz am Montag. Man werde im ersten Quartal darüber entscheiden, wen man vorschlagen werde. Syfrig selbst wollte sich an der Telefonkonferenz nicht dazu äussern, ob er künftig noch dem Aufsichtsgremium angehören möchte.

Bregy-Affäre sorgt für Unruhe
Syfrig war im Zusammenhang mit Vermögensdelikten des ehemaligen Poenina-Chefs Jean Claude Bregy ins Zentrum des Interesses gerückt. Bei den Vorkommnissen, die über ein Jahrzehnt zurückliegen, hatte sich Bregy zusammen mit dem damaligen Leiter eines Teilprojekts beim Lötschberg Basis-Tunnel der Beihilfe zum Betrug schuldig gemacht. Bregy visierte dabei fiktive Rechnungen – und zwar auch zulasten der Firma Burkhalter.

Weil er in diesem Zusammenhang «eine Fehleinschätzung der Situation vorgenommen und als Verwaltungsratspräsident auch kommunikativ Fehler begangen» habe, zog Marco Syfrig die Konsequenz und kündigte im August den Rücktritt als VR-Präsident bei Poenina an.

Wie hoch der damalige Schaden für Burkhalter ausgefallen sei, lasse sich nach so vielen Jahren nicht mehr genau beziffern, sagte Domenig.

Dieser sprach denn auch lieber über den Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2021, den er als «sehr erfreulich» bezeichnet. Sowohl Umsatz als auch Gewinn wurden gegenüber dem Vorjahr, das allerdings stark von der Corona-Krise belastet worden war, deutlich gesteigert und lagen wieder auf dem Niveau des ersten Semesters 2010, als Corona noch kein Thema war.

Positiver Ausblick
Und auch die Perspektiven für das zweite Halbjahr «sehen gut aus», so Domenig weiter. Er gehe davon aus, dass die EBIT-Marge wie früher angekündigt in der Gegend von 5,5 Prozent zu liegen kommen werde. Damit erziele Burkhalter eine rund doppelt so hohe Marge wie die Branche. Der Verwaltungsrat werde der Generalversammlung denn auch ein «sehr gute» Ausschüttung an die Aktionäre beantragen.

Sorgen bereiten der Unternehmensleitung derzeit einzig der Mangel an Fachkräften und Auszubildenden. Der Mangel werde sich im Zusammenhang mit der Umsetzung der Klimapolitik, von der er einen starken Nachfrageschube für die Branche erwarte, noch verschärfen, führte Domenig aus. (awp/mc/pg)

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