Diesel in der Schweiz so teuer wie noch nie

(Foto: Paul Brennan auf Pixabay)

Zürich – Der Dieselpreis hat in der Schweiz einen neuen Rekord erreicht. Ein Liter kostet im Schnitt 2,41 Franken, wie der TCS am Freitag in einem Communiqué bekannt gab.

Damit wurde der bisherige Höchststand von 2,40 Franken aus dem Jahr 2022 nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine geknackt. Auch der Preis für Bleifrei 95 sei weiter gestiegen und liege mittlerweile bei 2,10 Franken pro Liter, schrieb der TCS.

Somit ist immerhin das Benzin noch etwas billiger als vor vier Jahren. Damals hatte ein Liter Bleifrei 95 bis zu 2,31 Franken je Liter gekostet. Aber der Benzinpreis nähere sich seinem historischen Höchststand, schrieb der TCS.

Keine Überraschung
Das neue Allzeithoch ist keine Überraschung. Bereits am Mittwoch hatten die Durschnittspreise 2,38 Franken pro Liter Diesel erreicht und waren damit nur knapp unter dem Rekord von 2022 geblieben. Der Tankstellenbetreiber Migrol hatte am Mittwoch den Preis schon von über 2,40 Franken verlangt. Das waren 8 Rappen mehr als am Vortag.

Schuld an den Preishöhenflügen sind mehrere Faktoren. Der Iran-Krieg und der Krieg zwischen Saudi-Arabien und der jemenitischen Huthi-Miliz drücken auf die Erdölversorgung aus dem Mittleren Osten. Allerdings ist der Preis für ein Fass Erdölsorte Brent mit aktuell 102 Dollar wieder deutlich tiefer als noch Anfang der Woche.

Zudem sind die Raffineriekapazitäten für Diesel weltweit knapp. Denn durch den Iran-Krieg wurden Raffinerien am Persischen Golf zerstört. Darüber hinaus greift die Ukraine russische Raffinerien an, was Exporte von Diesel und Benzin aus Russland stark gedrosselt oder ganz zum Erliegen gebracht hat. Die Lage wird verschärft dadurch, dass in Europa die Raffineriekapazitäten in den vergangenen 15 Jahren abgebaut wurden.

Einzige Raffinerie wegen Panne lahmgelegt
Hinzu kommen logistische Schwierigkeiten in der Schweiz. Die Raffinerie in Cressier, die normalerweise rund 30 Prozent des Schweizer Bedarfs an Erdölprodukten deckt, musste während einiger Tage ausserplanmässig den Betrieb einstellen. Mittlerweile ist sie nach Angaben der Betreibergesellschaft Varopreem wieder in Betrieb.

Gleichzeitig schränkt der niedrige Wasserstand des Rheins seit mehreren Monaten die Beladung der Schiffe ein. Normalerweise transportiere ein Schiff 2500 Tonnen Ladung, hatte Migrol-Chef Andreas Flütsch am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP gesagt. Jetzt seien es gerade noch 400 Tonnen, Tendenz sinkend.

«Die Transportkosten zwischen Rotterdam und Basel liegen deshalb bei über 220 Franken pro Tonne, gegenüber 22 bis 28 Franken unter normalen Bedingungen. Nach Berechnungen des TCS macht allein die Verteuerung des Transports auf dem Rhein derzeit rund 15 Rappen pro Liter beim Kraftstoffpreis an der Zapfsäule aus», schrieb der Touring Club Schweiz am Freitag auf seiner Homepage: «Die Versorgung in der Schweiz ist aber weiterhin gesichert.»

Weit fahren lohnt sich nicht
Als Tipp für die Autofahrer erinnerte der TCS an die «Dreimal-5-Regel»: «Es lohnt sich, 5 Kilometer zusätzlich zu fahren, wenn der Kraftstoff mindestens 5 Rappen pro Liter günstiger ist und mindestens 50 Liter getankt werden.» (awp/mc/pg)

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