Biel – Der Uhrenkonzern Swatch bewegt sich weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld. «Mit Blick auf 2026 bleiben wir realistisch, aber zuversichtlich», schreibt Verwaltungsratspräsidentin Nayla Hayek in dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht an die Aktionäre. Eine Erholung der Nachfrage zeichne sich derweil ab.
Die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen würden die Gruppe weiterhin begleiten, so Hayek. «Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass die Swatch Group gut aufgestellt ist, um ihren Weg erfolgreich fortzusetzen.»
Swatch hatte Ende Januar bereits die Ergebnisse für das vergangene Jahr kommuniziert: Nach einem bereits desaströsen Jahr 2024 litt der Bieler Uhrenkonzern auch 2025 weiter unter der Konsumschwäche in China. Der Umsatz des Uhrenkonzerns sank im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent auf 6,3 Milliarden Franken und unter dem Strich verblieb lediglich noch ein Reingewinn von 25 Millionen (-89%).
«Irrationale» Zoll-Entscheide
Konzernchef Nick Hayek sagte damals zur Nachrichtenagentur AWP, er rechne für 2026 mit einer positiven Umsatz- und Volumenentwicklung und einer klar verbesserten Profitabilität. Derartige Aussagen bekräftigt die Präsidentin im Brief an die Aktionäre allerdings nicht.
Vor zwölf Monaten hatte sich das Swatch-Management im Geschäftsbericht für das nun abgelaufene Jahr 2025 sehr optimistisch geäussert: Die Gruppe erwarte weiterhin substanzielle Verbesserungen beim Umsatz und beim Betriebsgewinn, hiess es damals. Bewahrheitet hat sich das – wie seit Januar bekannt ist – nicht.
«2025 war ein Jahr voller Spannungsfelder und Extreme, nicht zuletzt aufgrund der scheinbar endlosen Diskussionen und irrational anmutenden Entscheidungen rund um die Zölle», schreibt die Präsidentin jetzt dazu. Sie betont: «Wir sind an ‚Swiss Made‘ gebunden und werden es auch bleiben.» Es komme nicht in Frage, dass Swatch Uhren in anderen Ländern produziere, «nur um irgendwelchen lokalen Behörden zu gefallen».
«Übermässig teurer» Franken
Für eine Industrie, die einerseits stark in der Schweiz verankert und andererseits sehr exportorientiert ist, stelle zudem der «übermässig teure» Schweizer Franken weiterhin eine «massive» Herausforderung dar, so Nayla Hayek.
Ausserdem verwies sie einmal mehr darauf, dass Swatch als familiengeprägtes Unternehmen «langfristig denkt». Die Gruppe habe sich bewusst dazu entschieden, die Produktionskapazitäten und damit die 32’000 Arbeitsplätze zu erhalten. Diese Strategie habe im vergangenen Jahr zwar die Rentabilität belastete, sei jedoch eine Investition in die Zukunft, um rasch auf die sich abzeichnende Erholung der Nachfrage reagieren zu können.
In ersten zwei Monaten 2026 keine Marktanteile verloren
Wie Hayek an der Bilanzmedienkonferenz ausführte, hat Swatch in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres keine Marktanteile verloren. So hätten etwa die Verkäufe in den USA im Januar und Februar 2026 in Lokalwährungen um 28,6 Prozent zugelegt – nach 23,7 Prozent im zweiten Halbjahr 2025 und 19,1 Prozent allein im Schlussquartal. Im Nahen Osten habe es mit +4,0 Prozent zwar weiterhin Wachstum gegeben. Dieses habe sich aber verlangsamt, nachdem es zum Ende des Jahres 2025 stark angezogen hatte sagte Hayek.
Auch in China zeichnet sich ein Silberstreif am Horizont ab. Im Januar und Februar wuchs die Region Grossraum China in Lokalwährungen um 1,9 Prozent. Damit sei man zwar nicht auf den Niveaus zurück aus 2023, aber man habe damit ein positives Zeichen gesehen, sagte Hayek, nachdem es im zweiten Halbjahr um 5,7 Prozent zurückging.
Gleichzeitig betonte der Swatch-CEO einmal mehr, dass Rückschlüsse von den Schweizer Uhrenexporten auf das Geschäft des Bieler Uhrenkonzerns nicht zielführend seien. So seien diese etwa im Januar 2026 – und damit nicht 1 zu 1 vergleichbar – in die USA um 14,3 Prozent zurückgegangen. In Deutschland – als ein Beispiel für Europa – habe Swatch im Januar und Februar 2026 ein Wachstum von 4,5 Prozent gesehen, die Ausfuhren der Schweizer Zeitmesser in das Land seien indes im Januar um 17,5 Prozent zurückgegangen. (awp/mc/pg)
