Geberit erzielt 2016 mehr Gewinn

Christian Buhl

Geberit-CEO Christian Buhl. (Foto: Geberit)

Jona – Der Sanitärtechnik-Konzern Geberit hat im Geschäftsjahr 2016 den Gewinn auf allen Stufen klar gesteigert. Entsprechend wird auch die Dividende erhöht. Zusätzlich sollen die Aktionäre über ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 450 Mio CHF von einer Gewinnverdichtung profitieren. Für das Jahr 2017 zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich, ohne indes konkrete Prognosen zu machen.

Das Geschäftsjahr 2016 sei geprägt gewesen vom positiven Umfeld in der Bauindustrie und der Integration des Keramikgeschäfts, teilte Geberit am Dienstag mit. So legte der EBITDA um gut 24% auf 785,2 Mio CHF zu und der Reingewinn um knapp 30% auf 548,2 Mio CHF. In diesen Zahlen sind allerdings noch negative Effekte durch die Übernahme von Sanitec enthalten.

Bereinigt um diese Effekte hat sich der EBITDA um knapp 15% auf 794,9 Mio CHF und die entsprechende Marge um 160 Basispunkte auf 28,3% verbessert. Als Gründe für die «sehr gute» Entwicklung der operativen Margen nannte CEO Christian Buhl an der Bilanzmedienkonferenz Synergien aufgrund der Integration des Sanitec-Geschäfts, das Volumenwachstum und tiefere Rohmaterialpreise.

Höhere Dividende und neues Aktienrückkaufprogramm
Der adjustierte Reingewinn erhöhte sich gleichzeitig um gut 18% auf 584,0 Mio. Zu diesem im Vergleich zum operativen Ergebnis leicht überproportionalen Wachstum führten ein verbessertes Finanzergebnis und eine leicht geringere Anzahl Aktien, letzteres mit Blick auf den adjustierten Gewinn je Aktie von 15,85 CHF.

Von der guten Performance sollen die Aktionäre in Form einer um knapp 20% erhöhten Dividende von 10 CHF je Aktie profitieren sowie über ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 450 Mio CHF. Das letzte Aktienrückkaufprogramm wurde erst 2016 abgeschlossen.

Der Umsatz legte um 8,3% auf 2,81 Mrd CHF zu, akquisitions- und währungsbereinigt ergab sich ein Plus von 6,4%. Die im Umsatz enthaltenen Währungseinflüsse waren positiv und erreichten 18 Mio CHF. Das Wachstum war auf eine überzeugende Entwicklung in vielen Märkten und einen vor allem im dritten Quartal wirksamen Abbau eines Lieferrückstands im Dusch-WC-Geschäft zurückzuführen, wie Buhl vor den Medien erklärte.

Nebst dem positiven Währungseffekt profitierte der Umsatz aber auch von einem positiven Konsolidierungseffekt in der Höhe von 32 Mio CHF. Denn 2016 war die vor gut zwei Jahren akquirierte Sanitec erstmals über zwölf Monate konsolidiert, 2015 waren es erst elf Monate. Dieser Effekt wog schwerer als die Devestition der Koralle-Gruppe.

Für 2017 zuversichtlich
Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017 gab sich Geberit gewohnt zurückhaltend mit zuversichtlicher Note. «Insgesamt sehen wir ein vorteilhaftes, aber gemischtes Umfeld», sagte CEO Christian Buhl. So zeigte er sich zuversichtlich für den grössten Markt Deutschland, sah hier jedoch limitiertes Wachstum.

Steigende Rohmaterialpreise
«Eine Herausforderung werden 2017 die Rohmaterialpreise», erklärte Buhl weiter. «Die derzeit steigenden Preise werden einen dämpfenden Einfluss auf die Margen haben.» Für das zweite Quartal seien die jährlichen Preiserhöhungen im üblichen Rahmen geplant, darüber hinaus könnten die Preise aber nicht an die Kunden weitergegeben werden. Eine zusätzliche Belastung sei in diesem Zusammenhang auch der starke US-Dollar, da die meisten Rohmaterialien in dieser Währung gehandelt würden.

Weiter warnte Geberit vor möglichen Sonderkosten im Zusammenhang mit der Sanitec-Integration in Frankreich. Dort sei wegen Überkapazitäten die Schliessung zweier Werke geplant, was die Jahresrechnung mit 30 bis 40 Mio CHF belasten könnte. Derzeit seien die Verhandlungen noch am Laufen und es sei unsicher, ob die Werke wirklich geschlossen werden.

An der Börse wurden die Zahlen mit einem deutlichen Minus von 2,6% auf 430,50 CHF quittiert. (awp/mc/upd/ps)

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