Holcim erzielt höhere Volumen und bessere Preise

Bernard Fontana, CEO Holcim. (Foto: Holcim)

Holcim-CEO Bernard Fontana. (Foto: Holcim)

Jona – Der Baustoffkonzern Holcim hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014 einen Umsatzrückgang verbucht, ist auf vergleichbarer Basis jedoch gewachsen. Die negativen Währungseffekte haben sich etwas abgeschwächt, Restrukturierungs- und Mergerkosten belasteten zusätzlich den Betriebsgewinn. An der Guidance für das Gesamtjahr wird festgehalten.

In Schweizer Franken gerechnet sank der Umsatz um 4,7% auf 14,24 Mrd CHF. Auf vergleichbarer Basis ergab sich hingegen ein Plus von 3,4% durch höhere Volumen und bessere Preise in allen Regionen, wie Holcim am Montag mitteilte. Der betriebliche EBITDA wiederum sank um 7,1% auf 2,74 Mrd CHF, die Marge ging auf 19,2% von 19,7% zurück. Aber auch hier resultierte auf vergleichbarer Basis ein Plus von 0,7%. Der Konzerngewinn nach Minderheitsanteilen ging um 10% auf 933 Mio CHF zurück, vor Minderheitsanteilen ergab sich ein Minus von 9% auf 1,16 Mrd.

Damit hat der Konzern die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Konzerngewinn verfehlt, beim betrieblichen EBITDA fast erreicht. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 14,34 Mrd CHF, für den betrieblichen EBITDA bei 2,75 Mrd und für den Reingewinn nach Minderheiten bei 944 Mio.

Das Vorjahresergebnis wurde auf Stufe Konzerngewinn durch den Verkauf der 25%-Beteiligung an Cement Australia positiv beeinflusst. Zudem hat der Konzern die letzte Kompensationszahlung für die Nationalisierung von Holcim Venezuela, die im September erwartet wurde, nicht erhalten.

Währungseffekte und niedrigere erhaltene Dividenden sorgten für ein Minus beim Geldfluss aus Geschäftstätigkeit um 11% auf 1,05 Mrd CHF. Die Nettofinanzschulden stiegen um 130 Mio auf 10,41 Mrd.

Holcim Leadership Journey erreicht Ziel vorzeitig
Das Unternehmen verbuchte Restrukturierungs- und Mergerkosten von 91 Mio CHF. Im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2013 stieg der ROIC vor Steuern auf 8,2% von 7,2%. Das laufende Kostensenkungsprogramm «Holcim Leadership Journey» habe mit einem finanziellen Betrag von 1,69 Mrd CHF zum Ende des dritten Quartals bereits die bis Ende 2014 gesetzte Zielmarke übertroffen, betont Holcim. Ursprünglich waren 1,5 Mrd bis Ende 2014 angestrebt, verglichen zu 2011 und unter vergleichbaren Marktbedingungen. Der Beitrag in den ersten neun Monaten wird auf 591 Mio CHF beziffert.

Holcim konnte in wichtigen Märkten wie Indien, Mexiko und den Vereinigten Staaten bessere Preise erzielen. Die Konzerngesellschaften in den Vereinigten Staaten, Indien, den Philippinen, Marokko und Russland verzeichneten deutlich höhere Zementvolumen, während der Absatz in Aserbaidschan, Italien, Argentinien und Ecuador deutlich rückläufig war. Der Absatz von Zuschlagstoffen und Transportbeton war vor allem aufgrund der Restrukturierungen und Veräusserungen in Lateinamerika rückläufig.

Guidance bestätigt – Rückgang bei Zuschlagsstoffen erwartet
Holcim erwartet für das Gesamtjahr weiterhin ein organisches Wachstum beim Betriebsgewinn, einer Verbesserung auf operativer Ebene und einem steigenden Zementabsatz. Das Management rechnet weiter mit einer Verbesserung der operativen Marge im Gesamtjahr. Der Absatz bei den Zusatzstoffen soll sich hingegen neu rückläufig entwickeln. Zuvor war eine flache Entwicklung erwartet worden.

Das Holcim-Management rechnet zudem mit einer weiter ungleichen globalen Wirtschaftsentwicklung. In Europa dürfte es bei den Baumärkten zu einer Bodenbildung gekommen sein und eine moderate Erholung sei absehbar. Der Zementabsatz soll mit Ausnahme von Europa in allen Regionen wachsen. Trotz positiver Entwicklung in Nordamerika wird erwartet, dass der Absatz von Zuschlagstoffen rückläufig sein wird. Bei Transportbeton wird aufgrund von Restrukturierungen und Veräusserungen mit einem Volumenrückgang in allen Regionen gerechnet. Lateinamerika werde weiterhin mit Unsicherheiten in Argentinien konfrontiert bleiben. Asien und Ozeanien dürften auf niedrigerem Tempo weiter wachsen, Afrika und Naher Osten dürfte sich allmählich verbessern.

Holcim und Lafarge hatten in der Vorwoche mit der formellen Merger-Anmeldung bei der Europäischen Kommission alle erforderlichen Anmeldungen bei Wettbewerbsbehörden weltweit abgeschlossen. Die Liste der zur Veräusserung vorgeschlagenen Aktiven wurde angepasst. Der Verkaufsprozess sei gestartet und man befinde sich in Verhandlungen mit potentiellen Käufern, heisst es zum Stand der Fusionspläne weiter. (awp/mc/upd/ps)

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