Implenia-CEO Anton Affentranger tritt zurück

Anton Affentranger

Implenia-CEO Anton Affentranger. (Foto: Implenia)

Dietlikon – Beim Baukonzern Implenia geht eine Ära zu Ende. Anton Affentranger, der den Konzern geprägt hat wie kein anderer, tritt auf den 30. September zurück. Sein Nachfolger ist der frühere Novartis Manager André Wyss.

Der Führungswechsel ist keine Überraschung. Affentranger hat bereits Anfang 2016 angekündigt, dass er in rund zwei Jahren als Chef von Implenia zurücktreten will. Der Verwaltungsrat hat deshalb schon vor einiger Zeit die Suche nach einem Nachfolger gestartet, wie Implenia am Mittwoch mitteilt.

Der neue Konzernchef Wyss verfügt laut Mitteilung über eine jahrzehntelange internationale Führungserfahrung in unterschiedlichen Funktionen. Bis im Frühjahr 2018 war er Mitglied der Konzernleitung von Novartis. Dort leitete der 51-jährige Schweizer die gesamte Produktion von Novartis, die zentralen Konzerndienste sowie Corporate Affairs, mit weltweit fast 40’000 Mitarbeitern. Parallel dazu war er Länderpräsident von Novartis Schweiz.

Wenn Wyss sein neues Amt beim Baukonzern am 1. Oktober antritt, tritt er in grosse Fussstapfen. Sein Vorgänger Anton Affentranger hat nämlich den Baukonzern seit seinem Entstehen 2006 geprägt wie kein anderer. Der damalige Zschokke-Präsident Affentranger war dabei nicht nur der Architekt der Fusion des Genfer Bauriesen mit der Basler Batigroup. Er hat danach auch viel Gestaltungswillen bewiesen und war schlicht im Unternehmen die bestimmende, starke Figur.

Affentranger führte Implenia zur Grösse
Unter seiner Führung wuchs Implenia von 2 auf rund 4 Milliarden Franken Umsatz. Zudem wurde unter seiner Ägide die Expansion ins Ausland vorangetrieben. Er hat auch mit einer Abwehrschlacht gegen den Hedgefonds Laxey den Baukonzern vor der Zerschlagung gerettet. Der aktivistische Investor Laxey wollte 2009 den Baukonzern erobern und stückweise verkaufen. Verwaltungsratspräsident Hans Ulrich Meister dankte im Communiqué Affentranger denn auch für seine langjährige und erfolgreiche Tätigkeit.

Nur ruhm- und erfolgreich war die Ära Affentranger bei Implenia jedoch nicht. Affentranger bewies mehrfach seinen alleinigen Führungsanspruch im Unternehmen. So übernahm er 2009 als Verwaltungsratspräsident in einer Notfallübung auch den CEO-Posten. Auslöser war ein Eclat. Nachdem nämlich der langjährige Zschokke- und Implenia Chef Christian Bubb 2009 altershalber zurücktrat, hielt es sein Nachfolger Werner Karlen nur gerade zwei Monate beim Baukonzern aus.

Auch Hans Peter Fässler, der den Interims-CEO Affentranger ablöste, suchte bereits nach 13 Monaten nach enttäuschenden Halbjahreszahlen Ende 2011 das Weite. Danach übernahm Affentranger erneut die Leitung, gab jedoch das Amt des Verwaltungsratspräsidenten auf. Dies offenbar ohne seinen bestimmende Position im Unternehmen einzubüssen, wie spätestens im Februar 2016 klar wurde. Damals trat Implenia-Präsident Hubert Achermann per sofort zurück. Grund war gemäss Medienberichten ein verlorener Machtkampf mit Affentranger. Achermann soll versucht haben, diesen zu entmachten.

Beginn einer neuen Ära
Affentranger kündigte damals an, dass auch er nur noch rund zwei Jahren Implenia-Chef bleiben wolle. Mit etwas Verzögerung hat er diese Ankündigung jetzt eingelöst. Affentranger scheidet ganz aus dem Unternehmen aus. Ein Comeback als Implenia Verwaltungsrat sei weder vorgesehen noch geplant, sagt Implenia-Sprecher Urs Knapp auf Anfrage von AWP.

Ein Indiz für den Beginn einer neuen Ära bei Implenia ist auch, dass der Verwaltungsrat bei der Ernennung des Nachfolgers nicht den Wünschen des Noch-Implenia Chefs nachgekommen ist. Er hoffe, dass eine interne Nachfolgelösung gefunden werde, sagte Affentranger im Frühjahr 2016. Mit André Wyss übernimmt jetzt ein Externer und vor allem Branchenfremder seinen Posten. (awp/mc/pg)

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